Schlagersängerin Lena Valaitis im Interview über Castingshows und ihr neues Album „Liebe ist ...“

„Musik ist wie eine Therapie“

Kassel. Für Fotos posieren, Autogramme schreiben, Interviews geben - lange war es um Schlagersängerin Lena Valaitis ruhig. Doch jetzt ist ihr neues Album auf dem Markt und die Sängerin wieder ständig unterwegs. Es ist ihre erste Platte nach über 20 Jahren. Wir sprachen mit der 66-Jährigen bei ihrem Besuch im HR4-Studio.

Ihr neues Album heißt „Liebe ist ...“. Was ist Liebe denn?

Lena Valaitis: Die Liebe beinhaltet sehr vieles. Liebe bedeutet Vertrauen, Toleranz, Humor und füreinander da sein. Aber natürlich kann Liebe auch Leid bedeuten.

Wie kam es, dass Sie über 20 Jahre kein Album herausgebracht haben?

Valaitis: Das kann ich gar nicht sagen. Es ist einfach nie zustande gekommen. Vielleicht ist Ehrgeiz auch nicht meine größte Stärke.

Wie ist die CD denn entstanden? Die Produktion hat sich durch den Tod Ihres Mannes ja etwas hingezogen.

Valaitis: Das Album fing schon in der Krankheitsphase meines Mannes an zu entstehen. Damals waren aber ganz andere Titel drauf. Nach dem Tod meines Mannes haben wir die meisten wieder rausgenommen. Die neuen Titel sind zum Teil viel melancholischer und haben eine ganz andere textliche Aussage. Von den ursprünglichen Liedern sind nur noch vier übrig geblieben.

Hilft Ihnen das Comeback, die Trauer um Ihren Mann zu verarbeiten?

Valaitis: Ich stehe voll und ganz hinter meinem Comeback. Musik ist wie eine Therapie. Sie hilft, die Trauer zu bewältigen.

Sie sind seit 40 Jahren im Schlagergeschäft. Wie lange wollen Sie noch mit Musik weitermachen?

Valaitis: Das hängt weniger davon ab, wie lange ich selbst noch will. Es kommt viel eher drauf an, wie lange das Publikum mich noch sehen und hören will.

Schlagerfans sind meist über 50, Carmen Nebel und Florian Silbereisen werden kaum von jüngeren Menschen geschaut. Haben Sie Angst, dass die Schlagerfans aussterben?

Valaitis: Nein, das glaube ich nicht. Auch junge Menschen haben eine Sehnsucht nach alten Titeln und nach Instrumenten. Irgendwann werden sich auch die Jüngeren für Schlager begeistern.

Sie sind 1981 mit „Johnny Blue“ beim Grand Prix in Dublin Zweite geworden. Verfolgen Sie den Eurovision Song Contest heute noch?

Valaitis: Ja, aber nicht mehr mit so großem Interesse. Der ursprüngliche Gedanke ist vollkommen verloren gegangen. Es geht nur noch darum, wer die beste Show hat. Um die Lieder geht es nicht mehr.

Schauen Sie Stefan Raabs Castingshow „Unser Star für Oslo“, in der er den deutschen Teilnehmer für den Song Contest sucht?

Valaitis: Nein, die Sendung kenne ich gar nicht.

Sie haben Anfang der 70er an einem Nachwuchswettbewerb teilgenommen. Was halten Sie von den Castingshows?

Valaitis: Es ist eine Möglichkeit für junge Talente, entdeckt zu werden. Aber wie mit den Menschen dort umgegangen wird, kann ich nicht immer gutheißen. Viele werden verletzt, manchmal ist das sehr unwürdig.

Sie sind im Besitz von über 50 Faschingsorden. Sind Sie eine richtige Fastnachterin - haben Sie dieses Jahr auch wieder gefeiert?

Valaitis: Nein, überhaupt nicht. Es gab eine Zeit, in der ich häufig auf Fastnachtsbällen eingeladen war. Aber ich verkleide mich nicht und feiere auch nicht auf der Straße. Das kenne ich aus meiner Kindheit auch gar nicht.

Von Maren Schultz

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