Anspruchsvoll und verschlungen: Kasseler Chor Vox humana

Musik der Engel

Doppelchörige und vielstimmig verschlungene Werke durch die Epochen: Der Kasseler Chor Vox humana unter Leitung von Stephan Herrmann trat in der Christuskirche auf. Foto: Malmus

Kassel. Kompliment an den Kasseler Chor Vox humana und seinen Leiter Kirchenmusikdirektor Stephan Herrmann für das musikalisch wie theologisch interessante Programm „Wenn Engel singen“, das sie am Samstag in der gut gefüllten Christuskirche aufführten.

Als musikbegeisterte Menschen aus den unterschiedlichen Berufen bezeichnen sich die 18 Sängerinnen und 14 Sänger von Vox humana. Unter Herrmanns befeuernder Leitung boten sie anspruchsvolle doppelchörige und vielstimmig verschlungene Werke durch die Epochen. Rhythmische Spannkraft hatten die Chorsätze der Renaissance und die orgelbegleiteten Ausschnitte aus dem Te Deum (1826) des 17-jährigen Mendelssohn. Und mit fein abgestufter Dynamik traf der Chor den späteren Stil der Hochromantik.

In sechs Abschnitte mit Titeln wie „Verkündigungsengel“, „Schutzengel“ und „Himmlische Kantorei“ war die Engelsthematik aufgefächert. Gelungen dabei die Auswahl an bekannten Werken und Raritäten. Da gab es etwa Mendelssohns Motette „Denn er hat seinen Engeln befohlen“ und Engelbert Humperdincks zum Ausklang gesungenen „Abendsegen“, auf den ein langer Schlussbeifall folgte.

Eine von vielen Raritäten war das malerische Magnificat des russischen Komponisten César Cui (1835-1918). Fast ins Stocken gerät diese Vertonung des Lobgesang Marias bei den Sätzen „Er stößt die Gewaltigen vom Thron und erhebt die Niedrigen. Die Hungrigen füllt er mit Gütern und lässt die Reichen leer ausgehen.“

Da sage einer, dass das Lukasevangelium nicht eine zeitlose Brisanz aufweise.

Von Georg Pepl

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