L’Herbe Folle mit urbanem, französischem Jazz

Mit Musik erzählen

Kassel. Ihr Auftritt auf dem Frühlingsfest liegt zwei Jahre zurück. Dienstagabend gab es ein Wiedersehen in Kassel. Im Kulturzentrum Schlachthof sollten L’Herbe Folle dem deutschen Publikum ein wenig die Leichtigkeit des französischen Jazz näherbringen.

Die Band, die auf Deutsch „Das verrückte Kraut“ heißt, formierte sich 2001 in Toulouse. Seitdem hat sie drei Alben veröffentlicht. Mit der Platte „La Bazar Libertaire“ ist sie auf Europatournee. Bei der vierköpfigen Gruppe um Saxofonist Florent Lalet und die vielseitig begabte Clementine Thomas ist der Name Programm: L’Herbe Folle spielen klassischen Jazz, gepaart mit Chanson-Elementen und osteuropäischem Klezmer.

Beim ersten Chanson „Chut“, begleitet nur von der Akustikgitarre, konnte sich der Zuhörer schon in der zärtlichen Stimme von Clementine Thomas verlieren. Dennoch traten die progressiven Elemente der Musik sehr schnell und deutlich hervor. „L’Etranger“ demonstrierte erstmals das ganze Können der Band, zeigte sich hier doch das wunderbare Zusammenspiel von Gesang, Posaune, Bass und Schlagzeug, gipfelnd in einem explosiven Finale.

In eine ähnliche Kerbe schlugen die folgenden Stücke, bis es bei „Cochon“ zur Unterbrechung kam. Eine Zuschauerin sollte eine Ansage übersetzen: „Wir erzählen jetzt eine Geschichte über ein Schwein, dass von niemandem gemocht wird, weil es stinkt.“ Auch hier wurde sie weniger durch den Text als durch die Musik erzählt, die sich in ein wildes Klezmerstück verwandelte.

Nun weckte die Band im sonst eher ruhigen Publikum Lust am osteuropäischen Tanz. Sympathie hatte sie ohnehin gewonnen. Für „Le petit bal perdu“ sorgten die Musiker für eine intime Atmosphäre, indem sie das Publikum um sich scharten. Das Liebeslied, das mit Gitarre, Gesang und Pfeifen auskam, endete mit „Et c’etait bien“. Und alles war gut - dem konnte sich das Publikum problemlos anschließen. Donnernder Applaus.

Von Dominik Buchheit

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