Musik jenseits des Mainstreams

Das Sven Krug Quartett im Schlachthof Kassel

Das Sven Krug Quartett: (von links) Ursel Schlicht (Klavier), Werner Kiefer (Saxofon), Sven Krug (Kontrabass) und Lou Grassi (Schlagzeug). Foto: Schachtschneider

Kassel. Wenn man nach einem Jazzkonzert auf der Heimfahrt im Auto HR 2 einschaltet und das Glück hat, Moderator Guenter Hottmann mit seiner Sendung „Jazz now“ zu erwischen, dann freut man sich über ein Genre, in dem sich Musiker der kommerziellen Selbstkasteiung sowohl live als auch auf Tonträger höchst kreativ verweigern.

Diesmal waren es der Kasseler Kontrabassist Sven Krug und sein Quartett, die im Kulturzentrum Schlachthof für einen Klangkörper jenseits des Mainstreams sorgten. Mit Ursel Schlicht am Piano, Tenorsaxofonist Werner Kiefer und dem New Yorker Schlagzeuger Lou Grassi gelangen ihm einige interessante Beiträge zum Thema Modern Jazz, die gleich mehrere musikalische Inspirationsquellen offenbarten. Zum Beispiel die Kompositionen von Bassist Cecil Mcbee oder dem Saxofonisten Ravi Coltrane.

Manche Melodielinie von Krug erinnerte an deren innovativen Kompositionsstil. Bei Sven Krug und seinem Quartett hörte sich das alles noch ein wenig abgebremst an. Mit mehr Routine im Zusammenspiel würde man die anspruchsvolle Struktur seiner Werke eindrucksvoller präsentieren können.

Ursel Schlicht am Piano tröpfelte sich etwas zurückhaltend durch die Arrangements und drückte nur selten befreites Temperament in die Tasten. Kiefer bestach mit eleganten Improvisationslinien, denen nur manchmal eine Prise Expressivität fehlte. Lou Grassi hingegen nahm souverän die ihm angebotenen Impulse auf und brillierte bei seinen Soli. Und Bandleader Sven Krug überzeugte mit feiner Technik. Die 30 begeisterten Zuhörer spendeten viel Applaus.

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