Musik ohne Schubladen: Das Kasseler Ensemble C.H.E.R. im Theaterstübchen

Musicalstimme: Eva Balkenhol beim Auftritt im Theaterstübchen. Foto: Fischer

Kassel. Am Montagabend war im gut gefüllten Theaterstübchen die Melange aus Pop und Rock gut vorbereitet: Krachend-gurgelnde Keyboardläufe, wummernde Cajon-Trommeln, verträumte Gesangspassagen und perlende Gitarrensoli. C.H.E.R. hatten das alles und noch mehr zu bieten.

Mehr vor allem deshalb, weil, neben den professionellen Instrumentalisten Roland Oumar am Keyboard und Harry Stingl an der Gitarre, erfahrene Musicaldarsteller auf der Bühne standen. So konnte der Abend nur gelingen, weil das Programm für jeden Besucher etwas hergab. Das Keyboard von John Lord und Deep Purple („Highway Star“) zerrte neben einer zarten „Eleanor Rigby“ („The Beatles“), die von der tapfer trommelnden Eva Balkenhol in den Musicalhimmel gesungen wurde.

Das Programm konnte unterschiedlicher nicht sein. In keine Schublade passten die von Eva Balkenhol gesungene „Am I Wrong“-Version von Keb Mo und ein Steve-Winwood-Titel („Back In The Highlife Again“), als Bariton von Roland Oumar gesungen. Da freute sich dann das Publikum auch über gelungene Elvis-Einlagen, bei denen vor allem Christian Bulwien überzeugte.

Die musikalischen Glanzpunkte setzten indes die Instrumentalisten Oumar und Stingl mit versiert-krachendem Keyboard („Locomotive Breath“) und einem sauber fließenden, handwerklich gekonnten E-Gitarrenspiel („Cripple And The Starfish“), das im Theaterstübchen auch nicht alle Tage abgeliefert wird.

Gegen Ende des Programms glänzte Eva Balkenhol mit einem Song aus dem Country- Repertoire („Almost Pursuaded“) der 60er-Jahre. Hier trafen sich Musicalstimme und Songauswahl. Mehr davon wäre so schön gewesen wie das liebevolle Duett in der Zugabe. Das Publikum war hochzufrieden, nicht zuletzt deshalb, weil abschließend ein Rätsel gelöst wurde: Der Bandname zeigt die Anfangsbuchstaben der Vornamen der Bandmitglieder: Christian, Harry, Eva und Roland.

Von Michael Lacher

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