Musik mit Symbolkraft: Sistanagila beim Weltmusikfestival

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Musiker aus Israel und Iran bilden die Band Sistanagila: Ido Spak (Klavier, von links), Hemad Darabi (Gitarre), Jawad Salkhordeh (Tombak, Daf), Michal Tikotzki (Flöte), Johanna Hessenberg (Saxofon). Verdeckt: Yuval Halpern (Gesang, Komponist). Foto: Malmus

KASSEL. „Unterschiedliche Eigenarten führen nicht zwangsläufig zu Konflikten, sondern auch zu Bereicherungen“, heißt es im Programmheft des Kasseler Weltmusikfestivals über die Band Sistanagila und den hohen Symbolwert ihrer Botschaft. In Berlin lebende israelische und iranische Musiker haben sich zu einem Ensemble zusammengetan.

Nun bekamen sie viel Beifall beim Weltmusikfestival im ausverkauften Kulturzentrum Schlachthof - für persische und jüdische Musik sowie für eigene Kompositionen, die beide Stile mischten. Auch der Bandname Sistanagila stellt - brillant gewählt - eine Mischung dar: Sistan ist eine Provinz im Iran, „Hava Nagila“ ein berühmtes hebräisches Lied.

„Sistanagila“ lautete auch der Titel einer Komposition, und sie machte den musikalischen Dialog besonders deutlich - als Spiel von Frage und Antwort. Die Flöte warf eine kleine Melodie in den Raum, die anderen reagierten mit einer Variante des Themas.

Bei aller Beschwingtheit wurde fast kammermusikalisch diskret aufgespielt, und die Performance gewann im Laufe des Abends an Gelöstheit. Abgesehen von persischen Trommeln gab es - etwas schade - keine Folklore-Instrumente.

Mit Jawad Salkhordeh, der seine Finger virtuos auf der Bechertrommel Tombak tanzen ließ, gestalteten Yuval Halpern (Gesang, Moderation), Michal Tikotzki (Querflöte), Hemad Darabi (Gitarre), Ido Spak (Klavier) und Johanna Hessenberg (Saxofon) das Konzert.

Spannend ist der stilistische Hintergrund der Bandmitglieder. Hemad Darabi, der auf der akustischen Gitarre ein flinkes Flamenco-Solo beisteuerte, kommt eigentlich vom Heavy Metal. In der ersten der drei Zugaben griff er zur E-Gitarre, was ein seltenes Vergnügen ergab: Metal mit orientalischen Skalen und klassischer Flöte.

Von Georg Pepl

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