Junge Solistinnen präsentierten sich beim Silvesterkonzert in der Erlöserkirche Harleshausen

Musik mit Überraschungen

Hat Tradition in Harleshausen: Das Silvesterkonzert, dessen Erlös für einen guten Zweck bestimmt ist. Matthias Enkemeier (vorn links) dirigierte das erweiterte Kammerorchester. Foto: Fischer

KASSEL. Es gehört Mut dazu, als Nachwuchsmusiker vor 500 Zuhörern aufzutreten. Vier blutjunge Instrumentalistinnen - die Geigerinnen Katrin Enkemeier, Ann-Kathrin Erler und Caroline Burghagen sowie die Harfenistin Katharina Mothes - bewiesen ihn beim ausverkauften Silvesterkonzert in der Erlöserkirche Harleshausen. Der starke Beifall dafür war verdient, auch wenn die Darbietungen sehr unterschiedlich ausfielen.

Anspruchsvolle Aufgaben

Kleinere bis größere Intonationsprobleme waren bei den beiden Violinromanzen von Beethoven kaum zu überhören. Die Solistin der F-Dur-Romanze hatte zudem einen Aussetzer, weshalb man nochmals von vorn beginnen musste. Da fragte sich vielleicht der eine oder andere, ob es wirklich gut ist, eine noch unerfahrene Nachwuchskraft mit einer derart anspruchsvollen Aufgabe zu betrauen.

Gewandt und beschwingt

Die sicherste Intonation ließ Caroline Burghagen im Schlussrondo aus Mozart Konzert G-Dur KV 216 erkennen. Die insgesamt größte Konzertreife war bei der jüngsten Solistin zu bemerken: Katharina Mothes (13), Jungstudentin an der Musikhochschule Würzburg, spielte den Solopart in Händels Harfenkonzert B-Dur gewandt und beschwingt und lieferte dann noch mit der Zugabe von Carl Philipp Bachs „Solfeggietto“ einen weiteren rauschenden Talentbeweis.

Das Orchester der Silvestermusiktage, das neben Mitgliedern des bewährten Harleshäuser Kammerorchesters einige sehr junge Ins-trumentalisten umfasste, zeigte - abgesehen von einigen Hornkieksern und geigerischen Inhomogenitäten - ein respektables Niveau und brachte so auch unter der musizierfreudigen Leitung von Matthias Enkemeier die genialen Überraschungen in Joseph Haydns Pariser Sinfonie Nr. 83 „La Poule“ (Das Huhn) wirksam ans Publikum.

Nach langem Beifall gab es zum Ausklang des Abends, dessen Erlös der Katastrophenhilfe des Diakonischen Werkes zugutekommt, einen im Programm abgedruckten Bach-Choral zum Mitsingen.

Von Georg Pepl

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