John Lee Hooker Junior mit Blues und Funk im Theaterstübchen

Musik auf des Vaters Spuren

Cooler Typ: John Lee Hooker Junior im Theaterstübchen mit Hut und Sonnenbrille. Foto:  Fischer

KAssel. Eine TV-Reihe mit dem Titel „Ich trage einen großen Namen“ stellt Nachfahren prominenter Menschen vor. Auch der Künstler, der am Donnerstag das ausverkaufte Theaterstübchen aufheizte, kann dies für sich beanspruchen: John Lee Hooker Jr. mit Band gab sich die Ehre. Seine Schwester Zakiya gastierte am Montag, nun Hooker Junior.

Ein ungewohntes Bild, den Saal bis auf ein paar Barhocker ohne Bestuhlung zu erleben, die freie Fläche passte aber goldrichtig zu dieser Musik: Funk, Boogie, besonders aber Blues – energiegeladen und mit Charisma aus der Seele geschwitzt. Seinem Vater galt ungeschliffener, authentischer Blues als Markenzeichen. Der Sohnemann hat viel davon in den Genen.

Start mit Funk

Das Publikum feierte in der ersten Hälfte des Konzertes eine Party mit euphorischen Stimmungswerten. Mit Funk ging es los. Die meisten der fünf Musiker trugen für den Coolheitsfaktor Kopfbedeckung und Sonnenbrille, alle waren von der ersten Minute an bis zum Kragen mit Spannung aufgeladen. Der Funke sprang sofort über. Im Mittelpunkt John Lee Hooker Jr. Gesanglich ist er nicht überragend, eher im Raster guter Blues-Interpreten, aber seine Stimme ist kraftvoll, schmutzig und leidenschaftlich genug, um mitzureißen. Seine Ausstrahlung, sein Feeling für Musik und für das Publikum sind seine Stärken: „ I love this club. I looove this club.“

Klassiker vom Blues-Papa und Titel vom aktuellen Album „All Odds Against Me“ standen im Mittelpunkt – und Hookers spezieller Charme: „Sagt sie Ja? Sie sagt Ja!“, sang er in Englisch, in einer ausgedehnten Version eines Stückes, das ein amouröses Abenteuer mit Ende im Hotelzimmer beschrieb. Seine Band lachte dabei und nickte. Apropos Band: Toviah Leah Robinson-Bradley am Schlagzeug, Angelo Santi an der Gitarre, John Starnes am Bass und El-pher „Dog“ Legaspi am Keyboard waren schon allein das Eintrittsgeld wert. Eine kongeniale Ergänzung.

Feeling und Rhythmus aus dem Bauch: Den Blues fühlt man oder fühlt ihn nicht. Diese Musiker hatten ihn, auch wenn im zweiten Teil des Abends das Blues-Feuer etwas gemäßigter flackerte. Euphorischer Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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