Musikalische Arbeit beim Malefiz

Voller Einsatz: Inken Röhrs (Sopransaxofon, von links), Elisabeth Flämig (Altsaxofon), Kerstin Röhn (Baritonsaxofon) und Sigrun Krüger (Tenorsaxofon). Foto:  Malmus

Kassel. Das Saxofon-Quartett Sistergold begeisterte im Theaterstübchen mit tollen Arrangements und charmanter Moderation.

Spitzenklasse als Solistinnen, Spitzenklasse als Kollektiv, dazu noch charmant und sprudelnd witzig: Seit 2009 begeistern Inken Röhrs (Sopransaxofon), Sigrun Krüger (Tenorsaxofon), Elisabeth Flämig (Altsaxofon) und Kerstin Röhn (Baritonsaxofon) als Sistergold ihr Publikum. Sie lassen Esprit, Können und eine gute Prise Musik-Comedy verschmelzen.

Das Publikum am Dienstag im proppenvollen Theaterstübchen war begeistert. Zum Auftakt ein Stück, dessen Titel wunderbar zu der Ausstrahlung der vier passt: der James Brown-Klassiker „I Feel Good“. Auch beim Moderieren sind die Musikerinnen kein Kind von Traurigkeit: „In einem Antiquariat in Kassel haben wir Noten von Friedrich Kuhlau (1786-1832) entdeckt. Unser Problem: Wer sollte die erste Stimme übernehmen? Wir haben das spielerisch geklärt -bei fünf Partien Malefiz.“ So erfrischend wie ihre Sprüche kommen auch die eigenen Arrangements rüber: auf hohem musiktechnischem Niveau wurde da gearbeitet. Und das, obwohl fast alle Stücke, die die Formation bringt, nicht für Saxofon komponiert wurden. So auch nicht „Spain“ vom amerikanischen Jazzer Chick Corea. Eine Nummer, bei der die Goldschwestern ihr ganzes Können aufblitzen lassen.

Das Repertoire des Quartetts ist beeindruckend: Tango, Samba, Swing, Jazz, sogar eine russische Polka ist dabei. Die Stimmungsfarben wechseln häufig, mit ihnen auch die kleinen, liebenswerten Verrücktheiten der Musikerinnen.

Da werden Choreografien zum Besten gegeben, die zwischen Posen, sich gegenseitig anblasen oder Polonaise pendeln, wird bei einem Westernstück aus dem Film „Die glorreichen Sieben“ der Cowboy-Macho-Blick aufgesetzt, beim Polka die Beine in die Luft katapultiert und bei „Tuxedo Junction“, einem Glenn-Miller-Hit aus dem Jahr 1940, gar eine wilde Steppnummer aufs Parkett gelegt.

Fazit: bemerkenswert gute Musikerinnen, ungekünstelt witziges Entertainment. Riesenapplaus, eine Zugabe. Wegen der großen Nachfrage werden Sistergold ein weiteres Mal im Theaterstübchen spielen: am 14. März beim 8. Kasseler Jazzfrühling.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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