Beseelte Stimmen: Das Collegium Vocale überzeugte in der Rosenkranzkirche

Musikalische Hingabe

Prägnanter als manch großer Chor: Mitglieder des Collegium Vocale an St. Marien, das am Sonntag in einem stimmungsvollen Konzert mit weihnachtlicher Musik überzeugte. Foto: Schoelzchen

Kassel. Nur 17 Stimmen umfasste das Collegium Vocale an St. Marien am Sonntag, doch boten die zwölf Sängerinnen und fünf Sänger mehr klangliche Prägnanz als manch größerer Chor. Bei weihnachtlicher Musik in der mit Kerzen erleuchteten Rosenkranzkirche am Bebelplatz bewährte sich erneut die Chorarbeit des Regionalkantors Thomas Pieper.

Eindruck machte nicht nur der ausgeglichene Klang. Auch an anderen Feinheiten war die musikalische Hingabe des Kantors und der Sänger zu merken. Zum Beispiel an der Agogik, der Kunst der Tempoveränderung, in dem englischen Chorsatz „I saw a maiden“.

Der folgte dem freien Fluss der Sprache, was anspruchsvoller und beseelter ist als ein stures Durchsingen im Tempo. Ein weiteres englisches Stück war „Away in a manger“ mit einem schönen Solo von Barbara Szuta. Außerdem gab es Deutsches wie Mendelssohns „Herr, nun lässest du deinen Diener in Frieden fahren“ und Lateinisches wie zum Ausklang „O magnum mysterium“ von Tomás Luis de Victoria (1548-1611).

In einer kleinen Erweiterung der unbegleiteten A-cappella-Musik bot das Collegium zwei Weihnachtslieder des beliebten zeitgenössischen Komponisten John Rutter mit Klavierspiel von Thomas Pieper.

Lesungen des Evangeliums

Zwischen den Musikblöcken lasen Chormitglieder aus dem Evangelium, wobei auch hier unterschiedliche Töne zu hören waren, von dem fast märchenhaften Ton einer Frauenstimme bis zum sonoren Bass. Herzlicher Beifall in der gut gefüllten Kirche beschloss den stimmungsvollen Abend.

Von Georg Pepl

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