Das musikalische Märchen „Die goldene Gans“ im Familienkonzert

Im Konzertgespräch: Komponist Jean Sevriens (links), Thomas Bockelmann (als Jacob Grimm) und Moderatorin Constanze Betzl. Im Hintergrund Yoel Gamzou und Musiker des Staatsorchesters. Foto: Klinger

Kassel. Wie lässt sich das wohlige Gefühl eines Menschen mit vollem Magen musikalisch ausdrücken? Mit Swing, der „laid back“, also gleichsam zurückgelehnt gespielt wird.

Aufschlussreiche Einblicke in die Werkstatt des Kasseler Komponisten Jean Sevriens bekamen 380 Zuhörer am Sonntag beim Familienkonzert im Schauspielhaus.

Im Interview mit Konzertpädagogin Constanze Betzl sprach Sevriens über die Arbeit eines Komponisten und seine neu geschriebene Musik zum Grimm-Märchen „Die goldene Gans“. So ernst er sich im Gespräch gab, so federleicht kam seine Vertonung daher. Brillant instrumentiert, servierte sie allerlei populäre Tonfälle und gefiel in ihren melodischen Erfindungen.

Zum Vergnügen wurde das musikalische Märchen durch das bestens aufgelegte Staatsorchester und den Dirigenten Yoel Gamzou. Die Höchstbegabung des jungen Ersten Kapellmeisters war auch hier zu spüren: ein hundertprozentiger Zugriff, präzise in der Formung der Tempi und der Atmosphäre.

Doch nicht nur der Musik-erfinder Jean Sevriens war im Schauspielhaus zugegen. In der Aufmachung des 19. Jahrhunderts kam der Märchenerzähler Jacob Grimm auf der goldenen Gans hereingefahren - verkörpert von Intendant Thomas Bockelmann, der seinen Lesepart gewinnend ausführte und wie alle im Saal bei der Swing-Passage mit den Fingern schnippte. Applaus für ein charmantes Familienkonzert.

Von Georg Pepl

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