Der musikalische Maler: Vor 150 Jahren wurde Claude Debussy geboren

Meister des musikalischen Impressionismus: Der französische Komponist Claude Debussy (1862-1918). Foto: dpa

Es gibt nicht allzu viele Komponisten, die der Musikgeschichte eine neue Richtung gegeben haben. Zu ihnen gehört Claude Debussy, der vor 150 Jahren in Saint-Germain-en-Laye nahe Paris geboren wurde. • Bedeutung: Claude Debussy ist der wichtigste Vertreter des musikalischen Impressionismus, den er maßgeblich mit entwickelt hat. Ein musikalisches Erlebnis, das die Entwicklung seiner Tonsprache maßgeblich beeinflusst hat, war für den 27-Jährigen im Jahr 1889 eine Begegnung mit balinesischer Gamelanmusik. Sie führte ihn weg von der klassisch-romatischen Harmonik hin zu einer frei schwebenden Klangwelt. Das herkömmliche Dur-Moll-System wurde durch Pentatonik, Ganztonleitern und andere Skalen erweitert.

Beispielhaft deutlich wird dies in der von einem Mallarmé-Gedicht inspirierten sinfonischen Dichtung „Prélude à l’après-midi d’un faune“ (Vorspiel zum Nachmittag eines Faunes), mit der Debussy 1894 in der Musikwelt für Aufsehen sorgte. Heute gilt dieses Werk als ein Türöffner für die musikalische Moderne. • Lebenslauf: Debussy wuchs als ältestes von fünf Kindern in eher ärmlichen Verhältnissen auf. Eine Schule hat er nie besucht, und zeitlebens stand er mit Rechtschreibung und Grammatik auf Kriegsfuß. Ein Verwandter erkannte Debussys musikalische Begabung und ermöglichte ihm eine Ausbildung, die ihn zum Besuch des Pariser Konservatoriums befähigte. Trotz mancher Widerstände gewann er 1884 den renommierten Kompositionspreis „Prix de Rome“. Den damit verbundenen Aufenthalt in der Villa Medici brach er jedoch vorzeitig ab. Debussy führte eine unstete Existenz als Komponist, Pianist, Dirigent und Autor. Voller Dramen war sein Privatleben: Seine langjährige Geliebte Gabrielle Dupont versuchte, sich aus Eifersucht zu erschießen, Aus demselben Grund wollte sich seine spätere Ehefrau Rosalie Texier ebenfalls mit einem Revolver umbringen - ein öffentlicher Skandal. Eine Tochter, die er seit 1905 mit der Bankiersfrau Emma Bardac hatte, wurde nachträglich durch Ehe legitimiert.

1915 wurde bei Debussy Darmkrebs diagnostiziert, eine Krankheit, an der er am 15. März 1918 in Paris starb. • Debussy heute: Debussys Kompositionen gehören zu den meistgespielten und -aufgenommen Werken der klassischen Musik. Besonders beliebt ist seine Klaviermusik, die zum Kernrepertoire jedes Pianisten zählt. Auch seine sinfonischen Werke, darunter die sinfonischen Skizzen „La Mer“ (Das Meer), werden von allen Orchestern gespielt. Eher selten wird in Deutschland seine bedeutendste Oper „Pelléas et Mélisande“ aufgeführt, ein lyrisches Drama, das ohne dramatische Handlungsakzente auskommt.

Debussys Musik hat viele Komponisten beeinflusst, lnsbesondere die Filmmusik macht sich seine farbige Instrumentation und schillernde Harmonik bis heute zu eigen.

Von Werner Fritsch

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