Musikalische Meisterfeier: Astrid Weber sang Wagner und Verdi

Zwei große Opern-Jubilare in einem Konzert: Astrid Weber sang Wagner und Verdi in der Adventskirche. Foto: Zgoll

Kassel. Der Richard-Wagner- Verband Kassel und das Friedrichsgymnasium hatten die schöne Idee, gemeinsam zu Ehren der beiden überragenden Jubilare des Jahres 2013 ein Konzert zu veranstalten.

Zwischen den beiden 200. Geburtstagen von Richard Wagner (22. Mai) und Giuseppe Verdi (9. Oktober) luden sie dazu am Sonntagnachmittag in die Adventskirche. Angereichert durch drei Wortbeiträge gab es Musik beider Großmeister zu hören.

Zu Beginn spielte das Orchester des Friedrichsgymnasiums den ersten Satz von Wagners Symphonie E-Dur (1834). 21 Jahre alt war der Komponist damals. Er wusste, woher er kam (von Beethoven und Mendelssohn) und wohin er wollte (zur musikalischen Weltherrschaft): Beides war dem Satz deutlich anzuhören. Die 50 jungen Musikerinnen und Musiker unter Leitung Eduard Menzels hatte offenbar der Ehrgeiz gepackt. Alle Instrumentengruppen bewältigten ihre schwierigen Aufgaben bei dieser gar nicht „schülerhaften“ Symphonie ziemlich gut.

Mit Astrid Weber betrat dann eine Sängerin die Bühne im Altarraum, die, aus Kassel stammend, inzwischen eine große Opernkarriere durchläuft. Mit dickem Pinselstrich, aber auch mit der Fähigkeit zu innigem Innehalten, sang sie Wagners fünf Lieder auf Texte von Mathilde Wesendonck.

Am Klavier begleitete sie der 18-jährige Abiturient Theodor Urvalov, der nach der Pause zwei Solostücke spielte und damit dem Dritten im Bunde der Meisterkomponisten, Franz Liszt, Einlass verschaffte.

Liszts Fantasie über Sentas Ballade aus dem „Fliegenden Holländer“ und die Etüde „Wilde Jagd“ sind Bravourstücke von höchstem Schwierigkeitsgrad. Der junge Pianist, der sicher eine Künstlerlaufbahn anstreben wird, spielte beide Stücke mit souveräner Technik und ohne sichtbare Anspannung. Der gewaltige Beifall der 300 Zuhörer war ihm gewiss - auch ein weniger wohlwollendes Publikum hätte sich nicht anders verhalten.

Zum Schluss dann Verdis „La Traviata“. Das Orchester spielte die Ohrwurm-Ouvertüre zur beliebtesten Oper des Italieners. Und Astrid Weber schloss sich mit der Arie „Addio, del passato“ an, raumfüllend und höchst emotional.

Von Johannes Mundry

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