Die Folk-Formation Joy Kills Sorrow überzeugte in der Kreuzkirche mit gefühlvollen Songs

Musikalischer Frostschutz

Vertrieben tatsächlich die Sorgen des Publikums: Die Musiker von „Joy Kills Sorrow“ (von links) Matthew Arcara (Gitarre), Wesley Corbitt (Banjo), Emma Beaton (Gesang), Bridget Kearney (Kontrabass, Gesang), Jacob Joliff (Mandoline). Foto: Socher

Kassel. Wer Sonntagabend ein Mittel gegen die unangenehme Kälte suchte, war in der Kreuzkirche genau richtig aufgehoben. Was die seit dem Vormittag eingeschaltete Heizung der Kirche nicht leisten konnte, erledigten die Musiker der Folk-Formation Joy Kills Sorrow mit ihren warmen Harmonien und sanft-gefühlvollen Songs.

Selbst bei den schnelleren Blue-Grass-Nummern des Abends verlor der Sound der amerikanischen Band nie diesen sehr musikalisch-einfühlsamen Charakter. Hauptverantwortlich war hierfür sicherlich Sängerin Emma Beaton, die mit ihrer ausdrucksstarken und dennoch samtweichen Stimme die Zuhörer alle Alltagssorgen schnell vergessen ließ.

Fein gewoben war an diesem Abend auch der Chorgesang des Quintetts. Schön, dass Mandolinist Jacob Joliff bei so viel Gefühl auch einige virtuose Soli aus seinem Instrument herauszauberte. Weniger virtuos, dafür makellos und exakt waren die wunderbaren Basslinien der Songwriterin und Bassistin Bridget Kearney, die zudem auch als Sängerin in Erscheinung trat. Nicht weniger überzeugend war auch der Auftritt des Gitarristen Matthew Arcara.

Schade dagegen, dass Banjo-Spieler Wesley Corbitt im Vergleich zu seinen Mitspielern etwas abfiel. Wirklich stören konnte das allerdings niemanden, zu mitreißend war die Gänsehautmischung aus Folk, Country und Blue Grass.

Dabei ließ sich das souveräne Ensemble auch nicht von kleineren Zwischenfällen, wie etwa einer gerissenen Mandolinensaite verunsichern.

Dass sich die pfeifenden und stampfenden 80 Zuhörer bei so viel musikalischer Wärme nicht mit nur einer Zugabe zufrieden geben wollten, war dabei nur allzu verständlich. Schließlich vertrieb die Freude über die Musik nicht nur die Sorgen, sondern ließ auch die winterliche Kälte in Vergessenheit geraten.

Von Sebastian Krämer

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