Musikalisches Feuerwerk: Katalin Hercegh and friends im Opernfoyer

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Rasante Musikalität: Geigerin Katalin Hercegh, im Hintergrund Klavierbegleiter Xin Tan.

Kassel. Es war nicht nur die finnisch-ungarische Musik, die beim Kammerkonzert am Montag im Opernfoyer den Mittelpunkt bildete: Im Zentrum stand auch die Konzertmeisterin des Staatstheaters, Katalin Hercegh.

Mit Xin Tan (Klavier) und Susanne Jablonski (Violine), mit denen sie in freundschaftlicher Verbundenheit musizierte, entfachte die Geigerin vor rund 200 angeregten Zuhörern ein Feuerwerk an Rhythmen, Effekten und Emotionen.

Die kapriziöse, kesse Mazurka op. 81 Nr. 1 des finnischen Nationalkomponisten Jean Sibelius, eigentlich ein ideales Zugabenstück, machte den Anfang. Hercegh und Tan ließen ihm einen melodiösen „Valse triste“ von Franz von Vecsey folgen, dann zwei ausgewählte Humoresken von Sibelius, unter denen die zweite an eine teuflische Tarantella erinnerte.

Anklänge an ungarische Kunstmusik leuchteten hier wie schließlich in den berühmten „Zigeunerweisen“ von Pablo de Sarasate auf. Dieses Standardwerk der virtuosen Violinliteratur gestaltete Hercegh zupackend, nahm die technischen Herausforderungen wie im Flug, auch wenn am Schluss manche Feinheiten durch den rasanten Schwung leicht abfielen.

Mit ausgewählten Duos für zwei Violinen von Béla Bartók, die auf ungarischen Volksweisen basieren, präsentierten Hercegh und Jablonski nach der Pause einen Kosmos an denkbar unterschiedlichsten Gefühlen. Mal überbordend mehrstimmig, mal echoartig verschoben, als schräger und expressiver Tanz oder in trance-artiger Meditation - den Geigerinnen gelang die aphoristische, unmittelbar sprechende Musik exzellent. Mit drei der populären „Ungarischen Tänze“ von Johannes Brahms (Nr. 2, 5 und 6) rundeten Hercegh und Tan das Programm ab, erneut in einer virtuosen Bearbeitung für Geige und Klavier.

Von Felix Werthschulte

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