Musikerin Miss Platnum: „Mädchen haben die größeren Eier“

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Vorbild für viele junge Frauen: Dabei sieht sich die Berliner Musikerin Ruth Maria Renner nicht als Feministin. „Ich bin einfach Miss Platnum“, sagt die 35-Jährige. 

Miss Platnum ist ein Vorbild für viele Frauen. Auf ihrem neuen Album singt die Berliner Musikerin eine Hymne auf sich selbst, weil sie sich gegen Männer durchgesetzt hat - dank größerer Eier.

Vielleicht hat Miss Platnum recht, wenn sie auf ihrem neuen Album über Jungs singt: „Ihr mietet Sportwagen, erzählt von Vorstrafen, wir machen aus Gangstarappern kleine Chorknaben.“ Mädchen, so die Berliner Musikerin in „Mdchn“, sind die besseren Jungs.

Auch der deutschsprachige R’n’B wäre besser, wenn alle so gekonnt Breakbeats, Dancehall und andere elektronische Genres mischen würden wie die 35-Jährige auf „Ich war hier“. Wir sprachen mit der gebürtigen Rumänin, die Ruth Maria Renner heißt und 2012 mit dem Rapper Marteria und dem Song „Lila Wolken“ einen Nummer-eins-Hit landete.

Miss Platnum über Frauen: Mädchen sind die besseren Jungs, weil wir keine 20 Bier brauchen, um einen Typen anzumachen. Außerdem haben wir die größeren Eier. Wenn Männer Kinder kriegen könnten, würden Sie 1000 Jahre vor der Geburt in Ohnmacht fallen. Sie denken, sie müssten hart oder weich sein. Eine Frau kann beides sein: Sie kann einem aufs Maul hauen und im nächsten Moment wieder die liebe Freundin sein.

Für mich war es nicht immer lustig im Musikgeschäft, das von Männern dominiert wird. Aber ich weiß, wie ich mich behaupten kann. Es war Zeit, eine Hymne auf mich selbst zu schreiben: „Mdchn“.

Über Feminismus: Ich verstehe, warum mich manche als Feministin sehen. Ich bin ein Vorbild für Frauen, weil ich sie inspiriere und weil ich so bin, wie ich bin. Aber für eine Feministin müsste ich aktiver sein. Musik mache ich, weil es das ist, was ich am besten kann. Wahrscheinlich verändere ich damit sogar die Welt.

Über ihr zweites Album auf Deutsch: Momentan feiere ich Deutsch total ab. Deshalb habe ich das Album nach „Glück und Benzin“ auch so schnell nachgelegt. Es ist fast ein kleines Debütalbum, weil ich sehr unverkopft rangegangen bin. Es ist am besten, wenn man nicht lang nachdenkt, ob die Snare besser so oder so zu klingen hat. Entweder sie klingt geil oder nicht. Die Musik muss aus dem Bauch kommen.

Über Flüchtlinge: Meine Eltern haben mich mit meinem Bruder acht Monate nach ihrer Flucht aus Rumänien nachgeholt. Da war ich acht. Für sie war das sehr schwer. Ich muss oft an meine Ankunft denken, wenn ich nun die Menschen sehe, die nach Deutschland kommen. Ich fühle mit ihnen. Wir sollten sie mit offenen Armen empfangen.

Über ihre Arbeit als Jurorin in der RTL-II-Castingshow „Popstars“: Wahrscheinlich wird dieses Format die Welt nicht verändern. Aber ich kann den Kandidatinnen zeigen, wie ich meinen Weg gegangen bin. Ich habe sie gefragt, ob sie eine Vision haben. Aus vielen Castingshow-Siegern wird nichts, weil sie denken, jetzt gehe alles von allein. Das stimmt nicht. Man braucht einen sehr guten Plan. Ich wäre nie als Kandidatin zu einer Castingshow gegangen. Denn ich muss immer selbstbestimmt handeln.

Miss Platnum: Ich war hier (Universal). Wertung: vier von fünf Sternen

RTL II zeigt das „Popstars“-Finale am Samstag, 18.15 Uhr.

Zur Person

Geboren: am 27. September 1980 in Timisoara (Rumänien) als Ruth Maria Renner.

Familie:  Renners Vater gehörte zur deutschsprachigen Minderheit der Banater Schwaben. 1988 kam die Familie von Rumänien nach Berlin-Lichterfelde.

Ausbildung: Romanistikstudium (abgebrochen)

Karriere: Rennert sang für die Band Moabeat und Marteria, ihr Debüt als Miss Platnum („Rock Me“) erschien 2005.

Privates: Lebt in Berlin

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