Spannende neue Ensembles bei den Arolser Barock-Festspielen

Dorothee Oberlinger vor dem Arolser Schloss. Foto: Wüllner

Bad Arolsen. Zweimal hat die Barockspezialistin und Salzburger Blockflöten-Professorin Dorothee Oberlinger (41) die Arolser Barock-Festspiele bereits geleitet und in dieser kurzen Zeit dem Festival in der waldeckischen Residenzstadt ihren Stempel aufgedrückt.

In diesem Jahr verpasst Oberlinger dem kleinen, aber feinen Musikfest zwischen dem 22. und 25. Juni (plus Rahmenveranstaltungen am 21. und 26. Juni) ein besonderes Frischesiegel: Außer der Leiterin selbst, die zum Abschluss wieder als Blockflöten-Virtuosin auftritt, sind alle Künstler erstmals in Bad Arolsen zu Gast.

Und sie stehen fast allesamt für die neue Lust am barocken Musizieren. Ensembles, die weniger vom heiligen Ernst der historischen Aufführungspraxis beseelt sind und mehr auf Spielfreude setzen. Auffällig: Der Gesang nimmt gegenüber der Instrumentalmusik einen größeren Raum ein.

„Ich fand es an der Zeit, mehr Vokales ins Programm zu bringen“, sagte Oberlinger bei der Programmvorstellung im Bad Arolser Schloss. Dafür wurde auf ein Festival-Motto verzichtet und den eingeladenen Ensembles die Möglichkeit eingeräumt, mit ihren jeweils aktuellsten Programmen aufzutreten.

Zwei Sängerinnen, Yetzabel Arías Fernández und Marina Bartoli, werden im Eröffnungskonzert „Engel und Teufel - Norden und Süden“ (22.6.) in der Fürstlichen Reitbahn Italiens Norden (Antonio Vivaldi) mit dem Süden (Alessandro Scarlatti) konfrontieren, begleitet vom Ensemble La Risonanza und seinem Leiter Fabio Bonizzoni.

Ein weiterer Höhepunkt: Jaap ter Linden, einer der führenden Barock-Cellisten, spielt in der Schlosskapelle vier der sechs Bach-Solosuiten (23.6.). Und am selben Abend gibt es in der Stadtkirche ausgesuchte Musik des Frühbarock mit geistlichem Schwerpunkt für Bläser und Gesang mit Zinken und Schalmeien sowie einem Vokalquartett mit der Capella de la Torre unter der Leitung von Katharina Bäuml.

Der preisgekrönte Tenor Jan Kobow präsentiert im Steinernen Saal des Schlosses zusammen mit dem jungen Ensemble „United Continuo Service“ (24.6.) vokale Hits aus der Barockzeit, die aus der erst vor Kurzem entdeckten Leipziger Sammlung „Eine musicalische Rüstkammer“ stammen.

Eine Deutschland-Premiere ist der Auftritt der renommierten britischen Barock-Geigerin Rachel Podger, die mit ihrem neu gegründeten Ensemble Brecon Baroque nach Bad Arolsen kommt. Im leider schon ausverkauften Abschlusskonzert (25.6.) in der Fürstlichen Reitbahn spielt sie Bachs Violokonzert a-Moll, dazu sind Dorothee Oberlinger (Blockflöte) und Michael Schmidt-Casdorff (Traversflöte) mit Telemanns Doppelkonzert zu hören.

Freunde der Barockmusik aus der Region müssen sich mit ihren Ticketwünschen beeilen. Denn 70 Prozent aller Konzertkarten sind bereits verkauft.

Von Werner Fritsch

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