Musikgenuss in Sandershausen mit Gracheva und Kravtchin

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Zweimal solo: Tatiana Gracheva und Michael Kravtchin.

Niestetal. Eine singende Cellistin, noch dazu eine ausgezeichnete, hört man nicht alle Tage: Tatiana Gracheva ließ das Cello trillern und pfeifen, entlockte ihm archaisierende Melodien - und sang mit elfenhafter Stimme.

Eine wunderbar klangreiche Meditation war der Pianissimo-Satz aus „Gramata Cellam“ (1978) des lettischen Komponisten Peteris Vasks.

„Solo“ lautete der schlichte Titel eines exquisiten Abends im gut gefüllten evangelischen Gemeindehaus Sandershausen. Tatiana Gracheva und Pianist Michael Kravtchin gestalteten dort jeweils eine Konzerthälfte. Ein Bach-Vergnügen bescherte die in Paris ausgebildete russische Cellistin eingangs mit der Suite G-Dur: klangschön, leicht, tänzerisch beschwingt.

Mit Delikatesse und Leidenschaft begeisterte Gracheva auch bei zwei Sätzen aus Haydns D-Dur-Konzert, bei denen die aparte Pianistin Soyoung An begleitete. Den atmosphärischen Ausklang des ersten Teils bildete das leise Stück von Peteris Vasks.

Michael Kravtchin, eindrucksvoll im perlenden Spiel, eröffnete sein Klaviersolo mit der klassischen Exzentrik von Beethoven-Bagatellen, worauf Chopin-Mazurken und dessen wildes Scherzo h-Moll folgten. Inspiriert gespielt von den spannungsvollen Akkorden bis zu den rauschenden Passagen. Für die Bravos bedankte sich der Musikakademie-Dozent mit dem Regentropfen-Prélude. Sehr vielversprechend: Am 30. Mai konzertieren Gracheva und Kravtchin unter dem Motto „Duo“ wieder im Gemeindehaus - gemeinsam.

Weiteres Konzert; Freitag, 17.5., 20 Uhr, Schlachthof, mit dem Geiger Dimitrios Papanikolau (Plasma-Konzert).

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