Musikschutzgebiet-Festival: Ohne geht es nicht

Wahrscheinlich der nächste Star von Morgen: Balbina vor dem Musikschutzgebiet-Logo. Foto: Kasiewicz

Homberg. Von Balbinas Poesie-Pop bis zum intelligenten HipHop von Zugezogen Maskulin - das Musikschutzgebiet bot erneut einen einzigartigen Mix. Nach einer Pause soll es Gott sei Dank weitergehen.

Den größten Applaus beim Musikschutzgebiet-Festival in Homberg bekam jemand, der gar nicht da war: die Tochter von Organisator Hubertus Nägel. Die war erst am Freitag geboren worden. Als der stolze Vater mit seinem 30-köpfigen Team die 1400 Besucher auf dem elterlichen Hof bei Hombergshausen begrüßte und zum Bullerschnaps einlud, gab es verständlicherweise tosenden Beifall.

Die Tochter des 35-Jährigen ist ein Grund, warum die elfte Auflage des Festivals mit 30 Acts vorerst die letzte ist. 2004 hatte Nägel mit Freunden zum ersten Mal Bands abseits des Mainstreams auf den idyllisch gelegenen Hof geholt. Jahr für Jahr bewiesen Veranstalter ein unglaubliches Gespür für Talente: Panda-Rapper Cro, Kassels Pop-Export Milky Chance und die österreichische Band Bilderbuch etwa traten alle im Musikschutzgebiet auf, als sie noch Geheimtipps waren.

Weil nun neben Nägel und seiner Frau weitere Mitglieder des Vereins Eltern werden oder beruflich stärker eingespannt sind, macht das Musikschutzgebiet 2016 eine Pause. Am Wochenende beteuerten alle, dass es dann weitergehen werde. „Wir können gar nicht ohne“, sagt die zweite Vorsitzende Lotta Heinisch.

Fans und Musikern geht es genauso. „Musikschutzgebiet - was braucht man mehr?“, schrieb die Flensburger Punk-Band Turbostaat auf ihrer Facebook-Seite nach ihrem umjubelten Auftritt am Samstag. Ebenso abgeräumt hatte am Vortag das Berliner Rap-Duo Zugezogen Maskulin mit einer energiegeladenen Show irgendwo zwischen Linken-Parteitag und HipHop-Jam. Die Texte handeln von Flüchtlingen oder der deutschen Rap-Szene, von denen die beiden nicht viel halten („Dreck, Scheiße, Pisse“).

Letztes Festival: Musikschutzgebiet bei Homberg

Zuvor war mit Balbina der nächste Star von Morgen zu erleben. Die 32-jährige Songpoetin aus Berlin klingt, als würde Björk Songs von Philipp Poisel covern. Vermutlich auch deshalb hat Herbert Grönemeyer sie als Vor-Act verpflichtet.

Selbst der Auftritt einer Spaß-Band wie Kapelle Petra wird im Musikschutzgebiet zum Ereignis. Das Quartett aus Hamm lieferte auf der Scheunenbühne lustige Zeilen („Das Leben ist hart ohne Oberlippenbart“) und gab Ratschläge, die man nach diesem Wochenende nicht ablehnen kann: „Geht mehr auf Konzerte!“ 2017 dann hoffentlich auch wieder in Hombergshausen.

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