Götz Alsmann beim Vellmarer Sommer im Park

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Parodierte französische Komponisten wie Gilbert Becaud: Entertainer Götz Alsmann.

Vellmar. Steht er mit dem Rücken zum Publikum, dann erinnert seine Frisur an eine Mini-Skisprungschanze. Er beschreibt das anders: „Ich blickte in den Spiegel, richtete mir die Haarpracht und sah: Gott in Frankreich.“ Sprüche wie diese gehören zu Götz Alsmanns Spezialdisziplin in Sachen Entertainment.

Er ist nicht nur ein ausgezeichneter Musiker, sondern auch ein echter Komödiant, Schelm und liebenswerter Bühnenspinner.

Zwar nicht Gott in Frankreich, aber immerhin Alsmann in Vellmar stand am Donnerstag auf dem Programm beim Festival „Sommer im Park“, wo er trotz einer einjährigen Pause längst zu den Stammgästen zählt. Das Konzert war ausverkauft und das Publikum vom Mann mit der Tolle und seinem Programm restlos begeistert.

„Paris“ heißt es und darf als Alsmanns ganz persönliche Liebeserklärung an die Welt des französischen Chansons der 1930er- bis 1960er-Jahre interpretiert werden. Doch nicht nur die weltbekannten Hit-Perlen dieses Genres, von Alsmann durchweg in Deutsch gesungen, standen im Fokus des 55 Jahre alten Multiinstrumentalisten, sondern auch deren charismatische Interpreten.

Der Grund liegt weniger in deren musikalischer Größe: Gilbert Becaud, Serge Gainsbourg, Charles Aznavour - allesamt Persönlichkeiten mit legendärer, rauchgeschwängert männlicher Ausstrahlung. Sie waren ein gefundenes Fressen für Alsmanns Parodiefreude, die er immer wieder mit biografischen Anekdoten kombinierte.

Ein Beispiel: Eddy Constantine war in Frankreich als Chansonnier populärer denn als Film-FBI-Agent. Für Alsmann ein ganz spezielles Vorbild aus Teenagertagen: „Ich hatte alle seine Filme gesehen und wollte lernen zu flirten wie Eddie. Damit ich dann auch Frauen bekam, wie sie Eddie bekam.“

Musizieren und blödeln, gekonnt arrangieren und herrlich satirisch texten – all das gehört bei Alsmann zusammen, wie die schwarzen und weißen Tasten seines Klaviers. Auch das war natürlich im Einsatz und zwar gewohnt souverän und musikalisch ansprechend. Chansons im Swingmantel - eine Mischung, die ankam. Ebenso wie Alsmanns ausgezeichnet harmonierende Band. Tosender Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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