Musizieren auf die Sekunde - Vertonung des Films „Virtuos Virtuell“

Volle Konzentration: Dirigent Helmut Imig und das Staatsorchester Kassel bei der Aufnahme zum Film „Virtuos Virtuell“. Foto: Herzog

Kassel. Knisternde Spannung auf der Bühne des Opernhauses. Neben dem Notenpult des Dirigenten Helmut Imig ein Monitor, überall stehen Mikrofone, gebannt schauen die Musiker auf den Dirigenten, der in höchster Anspannung das Orchester durch die Ouvertüre zur Oper „Der Alchymist“ von Louis Spohr führt.

Es ist keine gewöhnliche Aufnahme, die hier entsteht - hier wird der Soundtrack zu einem außergewöhnlichen Film eingespielt: „Virtuos Virtuell“ von Maja Oschmann und Thomas Stellmach (siehe Hintergrund). Insgesamt rund sechs Minuten dauert die Orchestermusik Spohrs, die die beiden Künstler nach einer Tonaufnahme sekundengenau mit Tuschezeichnungen versehen, die für den Betrachter als innere Bilder zur Musik erscheinen.

Nun galt es, den nach einer Tonaufnahme erzeugten Bildern die Musik erneut zehntelsekundengenau hinzuzufügen. Eine enorme Konzentrationsleistung selbst für einen so filmmusikerfahrenen Dirigenten wie Imig, der das Staatsorchester schon bei der Live-Musik zum Fritz-Lang-Film „Metropolis“ dirigierte. Aber auch für die Musiker, die dem Dirigenten verzögerungsfrei folgen müssen.

Unmöglich, das in wenigen Takes zu schaffen. Vier Stunden Proben- und Aufnahmezeit standen für den gut sechs Minuten dauernden Film zur Verfügung - immer noch wenig im Vergleich zur den vielen Monaten, die die Filmherstellung in Anspruch genommen hatte.

Nicht die ganze Musik wird am Ende vom Kasseler Musikheroen Spohr sein. Für den Abspann komponierte Dirigent Imig einen moderner klingenden Soundteppich hinzu.

Premiere des Films ist am 18. Februar beim Festakt zum Stadtjubiläum Kassel 1100 in der Stadthalle. Dann spielt das Staatsorchester unter Imigs Leitung die Filmmusik live.

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