Intensive Kammermusik unter dem Titel „Eins und ...“ beim Dozentenkonzert in der Musikakademie

Musizieren wie unter Strom

Intensives Zusammenspiel: Tianwa Yang (Violine, von links), Peter Gries (Viola), Susanne Berendes (Viola), Johannes Weber (Violoncello) und Joachim Pfannschmidt (Horn). Foto: Malmus

KASSEL. Von Mozart über den galant-melancholischen Franzosen François de Fossa bis zum Meisterwerk Antonín Dvorˇáks: Groß auf spielten sieben Akteure beim Dozentenkonzert im rappelvollen Saal der Musikakademie. Üppigen Beifall gab’s dort für intensive Kammermusik unter dem Motto „Eins und …“.

Das „Eins“ stand für Joachim Pfannschmidt (Horn), Boris Tesic (Gitarre) und Iwan Urwalow (Klavier), die jeweils mit einer Streichergruppe musizierten. Und zwar mit Tianwa Yang (Violine), Musikakademie-Direktor Peter Gries (Viola), Susanne Berendes (Viola, Violine) und Johannes Weber (Violoncello).

Zumindest für die erste Hälfte hätte das Motto auch „Zwei und“ lauten können. Starke Akzente setzte die chinesische Powervirtuosin Tianwa Yang, die sonst mit großen Violinkonzerten Furore macht. Sie bot ein Geigenspiel wie unter Strom – auch wenn der schnell vibrierende Mozart-Klang kaum im Sinn der historischen Aufführungspraxis war.

Im Hornquintett Es-Dur KV 407 (zwei Bratschen!) entlockte Joachim Pfannschmidt dem Horn auf souveräne Weise Tempo und Wohlklang, während Boris Tesic den Gitarrenpart des Quartetts von François de Fossa mit Noblesse präsentierte. Ein charmantes Stück zwischen witzigen Pointen und Moll-Abbiegern. Und brillant eher für die Geige als für die Gitarre.

Das beliebte Klavierquintett A-Dur op. 81 von Antonín Dvorˇák krönte den Abend – mit seinen Stimmungsumschwüngen, seiner herzerwärmenden Schwermut des Dumka-Satzes und seinem wirbelnden Furiant-Tanz. Iwan Urwalow ließ Grandezza walten an einem klanglich nicht sonderlich einnehmenden Flügel. Ein Idyll am Beginn: der klare, leichte Celloton Johannes Webers.

Von Georg Pepl

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