„Du musst ein Schwein sein" im Chor: Die Prinzen in der Marienkirche Bettenhausen

Die Prinzen: (von links) Jens Sembdner, Tobias Künzel, Sebastian Krumbiegel, Henri Schmidt und Wolfgang Lenk. Foto: Fischer

Kassel. Mit einem sanften „Laudate Dominum“ auf den Lippen betreten sie die Kirche und gehen an den Zuschauerreihen vorbei in Richtung Kanzel. An Körperfülle und grauen Haaren haben sie etwas zugelegt, ansonsten präsentieren sie sich ein Konzert lang so zeitlos sympathisch und publikumsnah, wie es sich ihre Fans nur wünschen konnten: Die Prinzen, Ostdeutschlands wohl populärste Band, gastierten am Samstag auf ihrer Kirchentournee in der Marienkirche in Bettenhausen. In ihrer Kindheit und Jugend gehörten Tobias Künzel, Sebastian Krumbiegel, Wolfgang Lenk und Henri Schmidt dem Leipziger Thomanerchor an, Jens Sembdner sang im Dresdner Kreuzchor.

Nach Erfolgen in Ostdeutschland kam der Durchbruch bundesweit 1992 mit dem Album „Küssen verboten“. Über 16 Gold- und sechs Platinplatten konnten sich die heute um die 50-Jährigen freuen. Warum sie auf Kirchentournee sind? „Weil wir in Kirchen groß geworden sind, weil Kirchen unser zweites Zuhause sind“, erklärte Krumbiegel dem Fan-Publikum in der voll besetzten Kirche.

Begleitet wie schon seit fast 25 Jahren von Alexander Zieme am Schlagzeug und Matthias Dietrich am Bass, präsentierten die Prinzen nahezu alle Hits ihrer Bandgeschichte – aber auch weniger bekannte Nummern. Besonders nach Ohrwürmern wie „Küssen verboten“, „Schweine“, „Alles nur geklaut“ – gab’s vom Publikum euphorischen Applaus. Die Texte wurden von vielen mitgesungen. Ein wenig kurios, in einer Kirche Menschen zu erleben, die Zeilen wie „Du musst ein Schwein sein in dieser Welt“ aus voller Kehle singen, aber wer hätte sich an diesem Abend darüber beklagt?

Wie üblich für Prinzenkonzerte standen Tobias Künzel und Sebastian Krumbiegel, der sich bei einigen Nummern am Klavier begleitete, im Mittelpunkt. Immer wieder erzählten die beiden Anekdoten aus der Bandgeschichte und animierten das Publikum zum Mitmachen. Fast unnötig, so heftig wie das Publikum seine Prinzen feierte und erst nach zwei Zugaben entließ.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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