Neu im Kino: Im Actionthriller „The Mechanic“ spielt Jason Statham einen ultracoolen Killer

Nach der Arbeit Klassik hören

Spektakulärer Hochhaus-Einsatz: Ein Killer (Jason Statham) muss schwindelfrei sein. Foto: tx

Morden ist ein Handwerk, das Arthur Bishop (Jason Statham) mit chirurgischer Präzision betreibt. Charles Bronson spielte diesen versierten Hitman 1973 in Michael Winners „Kalter Hauch“ schon einmal. In dem gezielt moralfreien Blick auf die mörderische Profession lag seinerzeit noch eine gesellschaftliche Provokation.

Mehr als dreißig Jahre und Tausende von Kinomorden später ist die existenzphilosophische Sicht auf den umstrittenen Berufsstand jedoch längst von der inflationären Brutalisierung der Bilder überrollt worden. Der Auftragskiller wird heute vor allem durch seine Attitüde definiert, und für diesen Job ist Jason Statham genau der richtige Mann.

In gewohnt geradliniger Manier spielt er den Freiberufler, der für einen hochprofessionellen Mordkonzern arbeitet. Als er den Auftrag erhält, seinen Kollegen und Mentor Harry McKenna (Donald Sutherland) umzubringen, wird auch dieser Mord zunächst ohne mit der Wimper zu zucken ausgeführt.

Aber dann regt sich auch in dem coolen Killer ein sorgfältig versteckter Rest Gewissen. Und so nimmt er den Sohn des Opfers als Lehrling in sein Unternehmen auf. Steve McKenna (Ben Foster) ist ein junger Mann mit Drogenproblemen und einem Hang zu unkontrollierten Gewaltausbrüchen. Der erste Alleinauftrag endet in einem blutigen Massaker, und es ist nur eine Frage der Zeit, bis er herausfindet, wer seinen Vater umgebracht hat.

Eigentlich steckt in dieser mörderischen Freundschaft ein Konflikt von Shakespeare’scher Wucht. Aber daran scheint Regisseur Simon West („Tomb Raider“) nicht das geringste Interesse zu haben. Die Ersatzvater-Sohn-Beziehung wird hier eingeführt, ohne das darin schlummernde dramatische Potenzial zu nutzen. Stattdessen weidet sich West an den gewalttätigen Exzessen und schaltet schnell wieder in seinen coolen Modus um.

Nach getaner Arbeit geht der kultivierte Killer zum Vinyl-Plattenspieler und legt Schuberts Trio in Es-Dur auf. Aber auch das ist nur eine müde Attitüde, die Stil suggerieren will, wo doch nur hohler Zynismus herrscht.

Genre: Action-Thriller

Altersfreigabe: ab 18

Wertung: !!!::

www.hna.de/kino

Von Martin Schwickert

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.