Nach dem Examen leuchtet der Kunsttempel

Kassel. „Das Ende vom Anfang“, heißt die Reihe herausragender Abschlussarbeiten der Kasseler Kunsthochschule im Kunsttempel: Die Ausbildung steht am Beginn einer künstlerischen Entwicklung, mit ihrem Ende ist eine wichtige Zäsur, ein Einschnitt, erreicht.

Folglich knallte, als Christian M. Ferschl - mit dem Examen bei Florian Slotawa und Urs Lüthi in der Tasche - am Donnerstag seine Eröffnungsrede beendet hatte, ein Sektkorken.

Christian M. Ferschl vor der Straßenmarkierungsfarbe.

„Alltagskonzepte“ hat er seine Ausstellung genannt, mit der er geschickt beide Stockwerke verbindet. Ferschl bezieht auch den Alltag in seine Kunst ein. Ihn interessieren Normen, Grenzüberschreitungen, der Moment, in dem eine alltägliche Erfahrung zum künstlerischen Impuls wird. So hat er Leinwände in den Maßen von Kasseler Aufzügen mit einer gelben Leucht- und Signalfarbe gestrichen, wie sie für Straßenmarkierungen verwendet wird. Seine beiden Kuben aus Glasscheiben sind mit Autotönungsfolie überzogen. Überall tönt der Sound einer Tram, aufgenommen im Tunnel im Kulturbahnhof.

„Kunst funktioniert gar nicht außerhalb von mir“, sagt Ferschl: Er selbst erklärt Dinge zu Kunst. Und als menschlicher „Crash Test Dummy“ und eifriger Ergometer-Strampler im Video, der Balance halten muss, bringt er sich selbst bewusst und sichtbar in seine Kunst ein.

Bis 26.1., Fr.-Ebert-Straße 177, 16-20 Uhr und n.V., Tel. 0176/34574273.

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