Neu im Kino: Das Animationsabenteuer „Ice Age 4“ bietet die bewährten Gags

Ice Age 4: Kreative Stagnation

Durch eine Erdspalte getrennt: Rasmussen (von links), Dobson, Flynn, Captain Utan, Silas und Squint auf der linken Seite, Scrat in der Mitte und Diego, Manni und Sid rechts. Foto:  Fox

Lange haben sich Wissenschaftler darüber den Kopf zerbrochen, wie es zur Entstehung der Kontinente gekommen ist. Nun ist das Rätsel endlich gelöst: Scrat ist schuld.

Das Säbelzahn-Eichhörnchen, das nichts, aber auch gar nichts anderes im Kopf hat, als seiner Eichel hinterher zu jagen, fällt gemeinsam mit dem Objekt seiner Begierde in eine tiefe Gletscherspalte, die bis zum Erdkern reicht, und setzt dort eine seismografische Verschiebung immensen Ausmaßes in Gang.

Ein gelungener Auftakt für den Eiszeit-Animationsfilm „Ice Age 4“ und gleichzeitig ein Bekenntnis, dass hier nichts grundlegend Neues, sondern die Variation des Bekannten zu besichtigen sein wird. In den Sequenzen, die dem verzweifelt gegen alle Unglückseligkeiten seiner Existenz ankämpfenden Nagetier gewidmet sind, funktioniert das Konzept bestens, aber im Hauptfilm setzen deutliche Ermüdungserscheinungen ein.

Behäbige Story

Etwas behäbig wirkt die Story der eiszeitlichen Familie rund um den Mammut Manny, dessen Tochter Peaches nun langsam flügge wird. Als es zwischen Vater und Tochter zu Erziehungskonflikten kommt, wird die Familie durch die Kontinentalverschiebung auseinander gerissen.

Während Mutter Ellie den Exodus der prähistorischen Tiere anführt, treiben Manny, Säbelzahntiger Diego und Faultier Sid samt exzentrischer Oma auf einer Scholle durchs Meer und treffen auf ein Piratenschiff.

Mehr als deutlich sind die Anleihen an „Fluch der Karibik“, genauso wie am Trickfilmklassiker „Dschungelbuch“. Was an eigenen Ideen fehlt, versuchen die Regisseure Steve Martino und Michael Thurmeier durch eine Menge Krawall wett zu machen. Pausenlos krachen Felswände herunter, werden Fluten und Stürme herbeianimiert und ausgedehnte Gefechte zwischen Piraten und Zivilisten in Szene gesetzt. Das ist auf einem oberflächlichen Niveau unterhaltsam. Aber der visuell anspruchsvoll in Szene gesetzten 3D-Achterbahnfahrt fehlt jegliche emotionale Tiefe.

Auch wenn die Erdoberfläche in „Ice Age 4“ noch so lautstark auseinander bricht, im Inneren des Films herrscht kreative Stagnation.

Genre: Animation

ohne Altersbeschränkung

Wertung: !3 Sterne

www.hna.de/kino

Von Martin Schwickert

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