Ihr Nashville liegt an der Lahn

Marburger Country-Sängerin träumt vom Grammy

Die deutsche Taylor Swift: Die Marburger Country-Musikerin Lisa-Marie Fischer. Foto: nh

Marburg. Lisa-Marie Fischer weiß nicht, was sie heute machen würde, wenn ihr Vater ihr vor sechs Jahren ein anderes Geschenk gemacht hätte. Der Musikfan aus Marburg lud seine Familie damals auf eine US-Kreuzfahrt mit Country-Stars ein.

Bis dahin hatte seine Tochter nur mit den Augen gerollt, wenn er wieder alte Johnny-Cash-Platten hörte. Auf dem Schiff traf die damals 18-Jährige jedoch Musikerinnen wie Emmylou Harris. „Das war etwas Außergewöhnliches“, sagt sie heute.

Als sie wieder in die Uni-Stadt an der Lahn zurückgekehrt war, begann sie, selbst Country-Songs zu schreiben. Heute ist sie 22 und Musikerin. „Es wäre schwierig geworden, mir einen anderen Beruf auszusuchen“, sagt die Mittelhessin, die gerade erneut als Passagier mit dem Country-Kreuzer durch die Karibik geschippert ist. Diesmal war unter anderem die Legende Kris Kristofferson dabei. Irgendwann will Fischer selbst dort singen.

Das ist gut möglich. Im vorigen Jahr erschien ihr zweites Album „Sugar & Salt“. Beim deutschen Countrypreis wurde sie als beste Newcomerin nominiert. Und am Freitag dieser Woche hat sie beim Konzert im Bürgerhaus Vellmar fast ein Heimspiel. Dort tritt sie mit ihrem Produzenten Mark Evitts aus Nashville auf.

In der Country-Metropole in Tennessee holt sich Fischer oft Inspirationen. Schon zweimal ist sie durch US-Clubs getourt und trat sogar in einer TV-Show auf. Manche Zuschauer fühlten sich an US-Star Taylor Swift erinnert. Andere dachten, die blonde Frau sei eine Amerikanerin und aus Deutschland wieder nach Hause zurückgekehrt.

Für ihr Album „Sugar & Salt“, auf dem Fischer gekonnt Country- und Singer-Songwriter-Folk arrangiert, hat sie sich den angelernten Südstaaten-Slang wieder abgewöhnt: „Es soll sich ja für alle gut anhören.“

Noten lesen kann sie immer noch nicht. Deswegen hatte sie an der Marburger Martin-Luther-Schule einst sogar das Fach Musik abgewählt. Das Abitur würde sie dort nicht noch einmal machen wollen. Manche Lehrer hätten Vorurteile gegenüber Amerika und zudem argwöhnisch auf ihre Träume von der Musikkarriere geschaut. Dabei hat Fischer noch einen ganz großen Traum: „Ich will einmal einen Grammy haben.“

Von Matthias Lohr

Lisa-Marie Fischer: 28. Februar, 20 Uhr, Bürgerhaus Vellmar-West, Lüneburger Straße 10. Tickets beim HNA-Kartenservice, 0561/203-204.

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