Virtuos: Pianistin Marina Barinova interpretiert Schumann in Niestetal

Marina Baranova

Niestetal. Schon oft hat die ukrainische Pianistin Marina Baranova mit ihrem Elan im evangelischen Gemeindehaus Niestetal-Sandershausen begeistert. So auch diesmal, als die 30-Jährige ein Schumann-Programm darbot und eingangs eine Frage aufkam, die man aus einem Bestseller kennt: Wer bin ich – und wenn ja, wie viele?

Mindestens zwei Seelen schlugen in der Brust des Romantikers Robert Schumann, der die Fantasiefiguren Florestan und Eusebius als Ausdruck seines Ichs erfand. Florestan ist stürmisch, Eusebius nach innen gekehrt. Schumann schrieb nicht nur in beider Namen Musikkritiken, um unterschiedliche Blickweisen auf ein Werk zu richten. Er gab sie auch als Komponisten seiner Sonate fis-Moll op. 11 an. Baranova vereinte beide Charaktere, wenn auch mit ein wenig mehr Neigung zu Florestan. Die Pianistin spielte virtuos und mit einem überaus natürlich wirkenden Gestus des Musizierens.

Wer nach der großen Sonate für den zweiten Konzertteil einfache Stücke erwartete, sah sich getäuscht. Mit dem „Faschingsschwank aus Wien“ und den „Sinfonischen Etüden“ folgten anspruchsvolle Zyklen. Klar, dass man im sehr gut besuchten Saal voller Respekt für Baranovas technische Ressourcen war. Auch in der Zugabe mit den „Abegg-Variationen“ ging es nochmals flott zu.

Von Georg Pepl

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