Malerei, Zeichnung und Druckgrafik von Eckhard Gehrmann in der Verwaltung von Hessen-Forst

Natur als eine große Geste

Mit vollem Körpereinsatz gemalt: Eckhard Gehrmanns Bild „Von Anbeginn“. Foto: Gebhardt

Kassel. Die Natur, wie sie der im Taunus lebende Künstler Eckhard Gehrmann sieht, ist wild, ungeordnet, ungebändigt, elementar. Im Verwaltungsgebäude von Hessen-Forst zeigt er seine umfangreiche Ausstellung unter dem Titel „Natur ... und danach“. Natur wird hier nicht als beschauliches Stillleben des Wohlgefallens geschildert. Sie manifestiert sich vielmehr als große abstrakte Geste.

Die Oberfläche interessiert den Künstler nicht, er schaut tiefer. Gehrmann, der an der HbK Frankfurt bei Thomas Bayrle und Per Kirkeby studiert hat, sucht das Wesen der Natur zu erfassen. Und das scheint er mit vollem Körpereinsatz zu tun: Linien, Farbflächen, Schraffuren überziehen in mehreren Schichten die teils großformatigen Leinwände. Und auch die kleinformatigen Radierungen bestechen durch die konsequente Auffassung. Die Kunst des Eckard Gehrmann zeugt von tiefer Auseinandersetzung mit der Natur.

Die Präsentation auf den zwei engen Verwaltungsfluren von Hessen-Forst ist dagegen alles andere als überzeugend und wird der hohen Qualität der Arbeiten nicht gerecht. Zwischen Bürotüren, Pinnwänden und Hinweistafeln wirken diese meist schlecht ausgeleuchteten Bilder gar nicht. Man möchte manchmal drei, vier Schritte zurückgehen, um sich auf sie einzulassen, hat aber nach einem Schritt die nächste Wand im Kreuz. Diese Bilder brauchen Raum. Bei Hessen-Forst sind sie fehl am Platz, weil kein Platz ist.

„Natur ... und danach“. Eckhard Gehrmann. Hessen-Forst, Bertha-von-Suttner-Str. 3, bis 28. Februar. Mo-Do 9 bis 16.30 Uhr, Fr 9-15 Uhr.

Von Andreas Gebhardt

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