Wir nennen uns Du - über das Duzen im deutschen Fernsehen

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Claus Kleber und Marietta Slomka sind notorische Duzer.

Wer das „heute-journal“ sieht, kann sich fühlen wie im Ikea. Der Konzern, der nicht umsonst lange als „unmögliches Möbelhaus“ warb, behandelt seine Besucher, als seien sie Freunde, keine Kunden.

Bei Ikea wird, wie in Schweden üblich, prinzipiell geduzt. Wenn Claus Kleber aus Mainz nach Tokio schaltet, begrüßt er auch „Johannes“ oder „Philipp“. Allerdings hält es der Moderator vornehmer. Er siezt die Japan-Korrespondenten. Nun ist das Du in Firmen gang und gäbe. Na klar. Aber ob der ZDF-„Anchorman“, wenn er am „Newsdesk“ sitzt (wie das heute so schön heißt), mit den fernen Kollegen Hano und Abresch wirklich so eng ist, dass die sich gern mit Vornamen ansprechen lassen? Oder soll das bloß unheimlich lässig klingen?

Eine schöne Variante ist, wie neulich gesehen, wenn der Reporter nach Spielschluss den Fußballtrainer siezt (professionelle Distanz) und der Coach selbstverständlich zurückduzt (eigentlich kennt man sich ja). Ist schon schwer mit dem Du, finden Sie nicht?

Von Mark-Christian von Busse

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