Einweihung des sanierten Museums - Kosten sind erneut gestiegen

Neue Galerie: Viele Komplimente zur Einweihung

Kassel. Es gab viele lobende Worte und Worte des Danks am Mittwochabend für die von Grund auf sanierte, umgebaute, neu konzeptionierte und eingerichtete Neue Galerie. Ein Ereignis „von nationalem Rang mit internationaler Ausstrahlung“ sei deren Wiedereröffnung nach jahrelanger Schließung, sagte Ministerpräsident Bouffier.

 „Was hier geleistet worden ist, ist unbeschreiblich schön“, schwärmte Kunstministerin Eva Kühne-Hörmann. „Schöner als je zuvor“, so Oberbürgermeister Bertram Hilgen. Das poetischste Bild fand jedoch der Gastgeber selbst, Prof. Dr. Bernd Küster, Direktor der Museumslandschaft Hessen Kassel (MHK): Die Neue Galerie habe den Kokon des vormaligen Museumsgebäudes abgestreift und sei als Schmetterling neu entstanden.

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Vor den nun weißen Wänden würden die Gemälde „neu entzündet“. An seinem dritten Geburtstag - nach der Gründung 1877 und der Wiedereinweihung 1976 - hatte das Museum gleich eine Bewährungsprobe zu überstehen, so voll waren die neuen Oberlichtsäle. Die Besucher spendeten viel Applaus, als sich Volker Bouffier zur 200-Millionen-Euro-Investition in die Kasseler Museumslandschaft bekannte - in Zeiten der Finanzkrise „nicht selbstverständlich“, wie er betonte. Viel Beifall erhielt auch Kühne-Hörmann, als sie die Kostensteigerungen von ursprünglich 19 auf nunmehr knapp 25 Millionen Euro verteidigte - noch einmal fast zwei Millionen mehr als bisher bekannt. In alten Gebäuden gebe es während der Bauarbeiten Erkenntnisse, die man vor deren Beginn nicht haben könne.

Eine halb sanierte Neue Galerie sei keine Alternative gewesen: „Wenn wir es machen, machen wir es richtig. Wir sind stolz auf das, was hier heute zu sehen ist.“ Gisbert Rieckmann, Projektmanager des Hessischen Baumanagements, hatte bei der Pressekonferenz am Mittag diese Steigerungen im Detail begründet: Die Fundamente stimmten nicht mit den alten Plänen überein, es gab unerwartete Schadstoffsanierungen, neue Vorgaben durch Statiker, veränderte Anforderungen an die Sicherheit durch das Landeskriminalamt, zwei harte Winter, ein teures Notdach - „viel Kleinkram“ bringt am Ende hohe Summen.

Zuletzt aber, nachdem Architekt Volker Staab und Museumsleiterin Dr. Marianne Heinz ihre Ziele und Konzepte skizziert hatten, wurde gefeiert - und gestaunt über einen phänomenalen Bau. (vbs)

Neue Galerie Kassel: So sieht sie aus

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