Deutsches Theater Göttingen stellt Spielplan vor und engagiert Stadtschreiberin

Neue Köpfe für Klimawechsel

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Das DT-Team: von links Nino Haratischwili, Hanna Ilse, Joachim von Burchard, Lutz Keßler, Marc Zurmühle, Sinje Kuhn, Nicola Baumgart, Anna Gerhards, Claudia Schmitz, Winnie Karnofka.

Göttingen. Klimawechsel im Deutschen Theater (DT) Göttingen: Parallel zum Spielplan 2010/2011 hat Intendant Marc Zurmühle sein neues Team vorgestellt.

Premieren im Großen Haus 2010/2011

  • 18. September 2010 Wildente 2.0 von Henrik Ibsen, Inszenierung Mark Zurmühle
  • 9. Oktober 2010 Die Mittagsfrau (UA) nach dem Roman von Julia Franck, Inszenierung Volker Hesse
  • 23. Oktober 2010 Diebe von Dea Loher, Inszenierung Felix Rothenhäusler
  • 11. Dezember 2010 Cabaret von John Kander/Fred Ebb/Joe Masteroff
  • 15. Januar 2011 Eine Familie von Tracy Letts, Inszenierung Antje Thoms
  • 12. Februar 2011 Macbeth von William Shakespeare, Inszenierung Mark Zurmühle
  • 12. März 2011 Wunderkinder (UA) nach dem Film „Wir Wunderkinder‘‘ von Kurt Hoffmann, Inszenierung andcompany&Co.
  • 2. April 2011 Penthesilea von Heinrich von Kleist, Inszenierung Wojtek Klemm
  • 30. April 2011 Stückentwicklung (UA) von Nino Haratischwili
  • 21. Mai 2011 Der Besuch der alten Dame von Friedrich Dürrenmatt, Inszenierung Mark Zurmühle

Lutz Keßler, der bereits in der laufenden Saison die DT-Produktionen „Kabale und Liebe“, „Verbrechen und Strafe“ sowie das Projekt „Stadt der Zukunft“ betreute, besetzt mit Beginn der kommenden Spielzeit die Stelle des Chefdramaturgs. An seiner Seite werden die Dramaturginnen Winnie Karnofka und Anna Gerhards arbeiten. Außerdem wird Sinje Kuhn als Theaterpädagogin engagiert. Die mehrfach ausgezeichnete Dramatikerin Nino Haratischwili, die in der aktuellen Spielzeit das Auftragsstück Zorn verfasste, wird das DT ein Jahr lang als Stadtschreiberin und Hausautorin begleiten. Haratischwili, die ursprünglich aus Tiflis stammt, wird ein Jahr in Göttingen leben, die Stadt beobachten und eine Art Bestandsaufnahme machen. Daraus soll ein Stück entstehen, das am Ende der Spielzeit aufgeführt wird. „Wir sind froh, über den frischen Wind“, erklärte Zurmühle, der „das Theater von heute vor allem als Forum für Aktualität“ verstanden wissen möchte. „Man muss etwas erzählen wollen, dass die Menschen unmittelbar betrifft.“

Schwerpunkte anstatt nur eines Mottos hat sich das Deutsche Theater deshalb für 2010/2011 gesetzt: Die Stadt Göttingen, das Land Polen, starke Frauen und Familien, und der Autor Kleist, der laut Zurmühle „ein außerordentlich moderner Mann mit tiefer seelischer Komponente war“. So soll es viele kleine Veranstaltungen rund um den Schriftsteller geben, dessen Tod sich am 21. November zum 200. Mal jährt.

Außerdem sind drei Uraufführungen geplant: Neben Haratischwilis Stadtstück sind das „Die Mittagsfrau“ nach dem Roman von Julia Franck, die auch an der Bühnenfassung mitwirken wird, und eine Inszenierung des internationalen Theaterkollektivs „andcompany&Co nach dem 50-er Jahre Film „Wir Wunderkinder“ von Kurt Hoffmann, damals produziert von der „Filmaufbau Göttingen GmbH.“ Zudem feiert das DT am 11. September 2010 ein Theaterfest, diesmal anlässlich eines Dreifach-Geburtstags: Vor 120 Jahren wurde das Deutsche Theater gegründet, vor 60 Jahren machte Intendant Heinz Hilpert aus dem Betrieb ein Schauspielhaus, Hilpert selbst wäre in diesem Jahr 120 Jahre alt geworden.

Weitere Spielzeiten und Premieren

Junges Schauspiel im Studio

Extras/Keller/OFF DDT

Und auch in die Zukunft blickt das DT einigermaßen zuversichtlich: Laut dem DT-Aufsichtsratsvorsitzenden und Bürgermeister von Göttingen, Wolfgang Meyer, ist die Existenz des Theaters derzeit nicht gefährdet. Die Besucherzahlen seien in der vergangenen Saison deutlich gestiegen , das DT zählte 100 000 Besucher verteilt auf 511 Vorstellungen.

Von Belinda Helm

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