Neue Politsongs: HipHop-Blumen für Frauke Petry

+
Schon im März kritisierte der Rapper Eko Fresh die AfD. Nun hat der Kölner ein lustiges Liebeslied für Frauke Petry aufgenommen.

Kassel. Schon im März kritisierte der Rapper Eko Fresh die AfD. Nun hat der Kölner ein lustiges Liebeslied für Frauke Petry aufgenommen. Auch andere Politsings sorgen für Aufsehen.

Das Schlimme am Fall Böhmermann ist, dass Dieter Hallervorden schon wieder ein ziemlich peinliches Video ins Netz gestellt hat. In „Merkel - zu allem bereit“ stellt der Komiker die These auf, dass die Kanzlerin „einen auf Jungfrau Maria gemacht“ und „uns ein Stückchen Scharia gebracht“ habe. Das Lied klingt, als hätte Hallervorden Honig im Kopf. Zum Glück gibt es auch einige neue Clips, die Pop und Politik witzig und intelligent verbinden, wie unser Überblick zeigt.

Ein Rapper für Frauke Petry 

Bislang sind sich Politiker der etablierten Parteien uneinig, wie sie mit der AfD umgehen sollen. Vielleicht sollten sie es machen wie der Kölner HipHopper Eko Fresh, der der AfD-Vorsitzenden Frauke Petry das Liebeslied „Nur für Dich“ schrieb, das allein auf Facebook fast 900 000 Mal angeklickt wurde.

Zur Melodie von Puff Daddys „I’ll Be Missing You“ rappt er: „Frauke die Granate, sie raubte mir den Atem / Wenn’s sein muss, würd ich auf dich 1000 Jahre warten.“ Und im Refrain bekennt der Deutsch-Türke voller Ironie: „Jedes Flüchtlingsheim reiß ich für dich ein / Jeder Asylant wird am Bart verbrannt, Frauke, nur für dich.“

Bereits Mitte März hatte der 32-Jährige, der eigentlich Ekrem Bora heißt, gegen die AfD Stellung bezogen. Damals hatte er im Clip „Albtraum für Deutschland“ die Rechtspopulisten für brennende Flüchtlingsheime verantwortlich gemacht und Kanzlerin Merkel verteidigt: „Jeder, der meine Angie anmacht, bekommt es nun mit uns zu tun.“ Auch auf seinem am Freitag erscheinenden Album „Freezy“ gibt sich Eko Fresh politisch - auch wenn ein Track „Mach kein Politik“ heißt.

Pressefreiheit als Pop-Song 

Eine ernst gemeinte Hommage ist das neue Album des aus Darmstadt stammenden Pop-Duos Woog Riots, das die CD nach dem ehemaligen „Guardian“-Chefredakteur „Alan Rusbridger“ benannt hat. Der britische Journalist war maßgeblich an den Enthüllungen der NSA-Überwachungspraktiken beteiligt.

Silvana Battisti und Marc Herbert waren beeindruckt, wie Rusbridger die Pressefreiheit verteidigte. Nun singen sie zu süßen Kinderliedmelodien und schrammeligem Lo-Fi-Pop über Edward Snowden und empfehlen, jeder solle eine gedruckte Tageszeitung lesen. Das kann man so stehen lassen. Rusbridger, der auch ein ausgezeichneter Pianist ist, nannte das Album in seiner Rezension für den „Guardian“ genial.

Snowden macht Techno 

Der französische Musiker Jean Michel Jarre nahm einen Song mit Edward Snowden auf.

Der französische Elektromusiker Jean-Michel Jarre gilt schon lange als Genie. Seinneuestes Stück hat der 67-Jährige mit niemand geringerem als Edward Snowden aufgenommen. Jarre traf den ehemaligen Mitarbeiter des US-Geheimdienstes in Moskau, wo er seit seinen Enthüllungen über die Praktiken seines Ex-Arbeitgebers im Asyl lebt.

Zusammen produzierten sie den Techno-Track „Exit“, der wie eine endlos laufende Zahlenkolonne auf Speed klingt. Snowden ist für Jarre ein „absoluter Held der heutigen Zeit“. Mit „Exit“, das nur am Rande, könnte die NSA aber auch feindliche Spione foltern.

Das könnte Sie auch interessieren

Liebe Leserinnen und Leser,

wir bitten um Verständnis, dass es im Unterschied zu vielen anderen Artikeln auf unserem Portal unter diesem Artikel keine Kommentarfunktion gibt. Bei einzelnen Themen behält sich die Redaktion vor, die Kommentarmöglichkeiten einzuschränken.

Die Redaktion

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.