Drei Sängerinnen und drei Sänger sind neu im Ensemble der Kasseler Oper - wir stellen sie vor

Neue Stimmen am Staatstheater

Marian Pop

Hansung Yoo (28) stammt aus Südkorea. Er studierte in Seoul Gesang und kam 2008 mit dem Bachelor-Abschluss nach Deutschland, wo er seine Studien in Hamburg bis zum Master und Konzertabschluss fortsetzte. Ursprünglich wollte der Bariton Konzertsänger werden, entschied sich in Deutschland aber für das Opernfach. Am Staatstheater Kassel, seinem ersten Engagement, wird er den Schaunard in „La Bohème“, den Dr. Falke in der „Fledermaus“, den Papageno in der „Zauberflöte“ und den Marullo in „Rigoletto“ singen.

Hansung Yoo ist mit einer Opernsängerin verheiratet, ihre gemeinsame Tochter wurde vor vier Wochen geboren - eine echte Kasselanerin. Jaclyn Bermudez (27) wurde in Los Angeles geboren. Ihr Gesangsstudium absolvierte sie in Pittsburgh und in New York. Durch ein Vorsingen gelangte die Sopranistin 2009 ins Opernstudio der Düsseldorfer Oper, und 2011 erhielt sie in Hagen ihr erstes Fest-Engagement. Dort übernahm sie Rollen wie Mimi („La Bohème), Donna Anna („Don Giovanni“) und Micaela („Carmen“).

In Kassel wird sie unter anderem die Rosalinde in der „Fledermaus“, die Merab in Händels „Saul“ sowie die erste Dame in der „Zauberflöte“ singen.

Mit ihrem Freund wohnt Jaclyn Bermudez seit einem Monat in Kassel, wo sie sich sehr wohlfühlt. Marian Pop (43) stammt aus dem siebenbürgischen Cluj (deutsch: Klausenburg). Da es in Transsilvanien viele Minderheiten gibt, wuchs Pop mit mehreren Sprachen auf. Er studierte zunächst Geige, ehe seine Sängerbegabung entdeckt wurde. Nach seinem Abschluss 1995 erhielt er die Chance, an der Wiener Staatsoper kleine Partien (Pop nennt es „mikroskopische Rollen“) zu singen und sein Deutsch zu perfektionieren. Ab 1999 war der Bariton freischaffend tätig, ehe er sich 2005 für einige Jahre ans Theater Basel band.

Pop, der noch in Klausenburg über ein gesangstechnisches Thema promoviert, singt in Kassel unter anderem den Scarpia („Tosca“), den Eisenstein („Fledermaus“) und die Titelpartie in „Rigoletto“. Pop ist zum zweiten Mal verheiratet und hat einen vierjährigen Sohn. Anna Nesyba (31) stammt aus Lübeck. Sie studierte Musik auf Lehramt und machte Abschlüsse in Violine und Barockvioline. Erst danach begann sie, ihren Kindheitstraum, Opernsängerin zu werden, zu realisieren.

Ihr Gesangsstudium absolvierte sie an der Musikhochschule in Würzburg, wo sie auch am Theater Opernrollen übernahm - unter anderem als Blumenmädchen in Wagners „Parsifal“.

In Kassel, wo Anna Nesyba Mitglied des Opernstudios ist, wird sie unter anderem die Adele („Fledermaus“), die Musetta („La Bohème“) und die Papagena („Zauberflöte“) singen.

Anna Nesyba wohnt in Kassel, wo sie die Nähe zur Natur schätzt, hat aber noch ein Standbein in Würzburg, wo ihr Verlobter lebt. Bassem Alkhouri (36) stammt aus Damaskus und muss sich derzeit Sorgen um den in Syrien verbliebenen Teil der Familie machen.

Seine musikalische Ausbildung in Damaskus galt zunächst dem traditionellen arabischen Gesang und der orientalischen Zither Kanun. Tenorpartien in westlichen Kompositionen sang er „just for fun“. 2000 kam Alkhouri nach Amsterdam und begann eine Gesangsausbildung an der Opernakademie. Engagements in Maastricht und Enschede folgten.

In Kassel, seinem ersten Engagement in Deutschland, fühlt er sich besonders wegen der bergigen Landschaft wohl. Mit seiner Frau, dem dreieinhalbjährigen Sohn und der 9-monatigen Tochter wohnt er in Schauenburg-Hoof. Zu seinen Rollen zählen Spoletta („Tosca“), Alfred („Fledermaus“) und Borsa („Rigoletto“). Hulkar Sabirova hatte ihren ersten Kasseler Auftritt im August beim HNA-Open-Air-Konzert in der Karlsaue (unser Foto). Die in Usbekistan geborene Sopranistin teilt sich die Spielzeit zwischen der Deutschen Oper Berlin und Kassel.

Danach hat Hulkar Sabirova, die ihre Gesangsausbildung an der Musikhochschule in Mannheim erhielt, bei der Ruhrtriennale mit Erfolg in der Avantgarde-Oper „Das Mädchen mit den Schwefelhölzern“ von Helmut Lachenmann gesungen - eine Herausforderung: „Da muss man mathematisch denken.“

In Kassel wird Hulkar Sabirova die Rosalinde in der „Fledermaus“ und die Königin der Nacht in der „Zauberflöte“ singen. Der Spagat zwischen Berlin und Kassel schreckt sie nicht - da sie keine Kinder hat, für die das schwierig wäre. (w.f.) Fotos: Fritsch 5, Koch

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