"Am seidenen Faden"

Neue CD: Weniger Herzschmerz bei Popstar Tim Bendzko

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Smarter Singer-Songwriter mit blonden Locken und gefühlvoller Stimme: Der Berliner Tim Bendzko.  

Mit seinem Hit "Nur noch kurz die Welt retten" wurde er bekannt. Jetzt hat der Berliner Tim Benzko mit "Am seidenen Faden" ein neues Album am Start.

Nur noch kurz die Welt retten – das hat der Berliner Singer-Songwriter Tim Bendzko mit seinem Debüt zwar nicht geschafft. Dafür legte er eines der erfolgreichsten deutschen Pop-Alben der vergangenen Jahre vor. Platz vier der Charts, Doppel-Platin, Echo-Auszeichnung, ausverkaufte Tourneen, Jury-Mitglied bei „The Voice Kids“: Trotz des Rummels bleibt der 28-jährige Musiker mit den blonden Locken und dem smarten Lächeln entspannt.

Mit „Am seidenen Faden“ erscheint nun das von vielen sehnlich erwartete zweite Album des ehemaligen Theologie-Studenten, mit weniger Herzschmerz-Poesie, dafür mit neuen Musikeinflüssen.

Während sich Bendzko bei seinem Debüt noch auf Gitarre und Klavier verließ, ist seine Stimme diesmal auch auf Produktionen zu hören, die auf HipHop-Beats basieren. Dadurch klingt „Am seidenen Faden“ insgesamt rhythmusbetonter und greifbarer als der melancholische Vorgänger. Musikalisch vertraute der 28-Jährige wieder auf den Hamburger Musikproduzenten Swen Meyer, der auch schon Bands wie Juli und Kettcar produzierte.

Ein Stück aus dem neuen Album hören Sie am Freitag kurz nach 18 Uhr auf Radio HNA.de

Die Entwicklung vom Newcomer zum festen Bestandteil der jungen Singer-Songwriter-Szene spiegelt sich vor allem in Bendzkos Texten wider, die ausgereifter wirken. Er lässt diesmal mehr Raum für Interpretationen, wodurch sich der Hörer besser in die Songs hereinversetzen kann. Er will keine Antworten liefern, sondern vielmehr ein Grundgefühl erzeugen, indem er Fragen aufwirft. Ein gutes Beispiel ist die Ballade „Nur einen Herzschlag“, einer der schönsten und ruhigsten Momente der Platte. Der Text wirft Fragen auf, Fragen nach Gott, dem Tod und der Kraft von Dankbarkeit. Seine wahre Bedeutung erhielt der Song laut Bendzko aber erst, nachdem der Vater eines guten Freundes starb. Da war der Text bereits fertiggestellt.

Viel Zeit für Privates hat der 28-Jährige momentan nicht. Nachdem er 2009 einen Nachwuchs-Wettbewerb der Söhne Mannheims gewann, hat sich für den ehemaligen Schüler eines Berliner Sportgymnasiums viel verändert. Er spielte im Vorprogramm von Größen wie Joe Cocker und Elton John und verkaufte mehr als 300 000 Singles.

Entstanden seien die neuen Songs „wie im Rausch“, wie Bendzko kürzlich in einem Interview verriet. Innerhalb von vier Wochen seien die 20 Stücke fertig gewesen. Der Berliner zeigt textlich auch neue Seiten an sich, etwa mit dem Song „Programmiert“, der von der Absurdität einer vom Internet beherrschten Welt handelt.

Von Daniel Göbel

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