Musikakademie: Piano und Akkordeon

Neue Zugänge zu Bach

Kassel. Beethoven kannte es schon als Jugendlicher. Chopin spielte sich vor seinen Konzerten damit ein. Und der Jazzpianist Keith Jarrett hat es ganz klassisch auf CDs aufgenommen.

Die Rede ist von Johann Sebastian Bachs „Wohltemperiertem Klavier“, das mit seinen 48 Präludien und Fugen in allen Tonarten wie kein anderes Werk die Grammatik der westlichen Musik zusammenfasst.

Nun haben Studierende der Musikakademie Kassel unter der Gesamtleitung der Akkordeon-Dozentin Mirjana Petercol einen spannenden Abend mit diesem Meilenstein gestaltet. Auf ihrem gleichsam atmenden Instrument erschlossen fünf Akkordeonisten neue Zugänge zu dem barocken Kosmos. Wie unterschiedlich man Bach auf dem modernen Flügel interpretieren kann, zeigten acht Pianistinnen und Pianisten dem Publikum im voll besetzten Akademiesaal.

Tragischer Held

Um zwei tolle Klavierbeiträge herauszugreifen: Der Jungstudent Jonathan Rosentreter punktete mit rhythmischer Spannung und einer unprätentiösen Klarheit, während Irina Tarasova ihren Sound saftig russisch daherkommen ließ. Bei den Akkordeonisten gab es einen tragischen Helden. Einer von ihnen spielte zwar besonders mitreißend, hatte dann aber einen Aussetzer, bei dem wohl jeder Hörer mitzitterte.

In informativer Ergänzung zu den Darbietungen referierten Dozenten der Musikakademie: Winfried Michel nahm sich auf lustvolle Weise des Themas „Konnte Bach in Cis-Dur denken? Wert und Problematik der Tonarten“ an, Jens Josef sprach über „Bearbeitungen - pro und kontra“.

Von Georg Pepl

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