Mit Mut zum Neuen: Hanna Carlson im Theaterstübchen

Stimme mit Strahlkraft: Sängerin Hanna Carlson, im Hintergrund Martin Tschöpe (Kontrabass). Foto: Malmus

Kassel. Ihr Name und die strohblonden Haare lassen eine skandinavische Herkunft vermuten. Überraschenderweise ist die viel in der Welt herumgekommene Jazzsängerin Hanna Carlson jedoch im Schwarzwald groß geworden und mittlerweile in Göttingen ansässig.

Mit ihrem Quartett stellte sie am Dienstagabend im Theaterstübchen ihre erste CD mit einem Programm aus Eigenkompositionen und jazzigen Interpretationen bekannter Popsongs vor. Es war wohl auch den Schneemassen und den eisigen Temperaturen geschuldet, dass sich nur knapp zwanzig Gäste im Club einfanden.

In zwei Stunden präsentierte die Gruppe durchweg mutige und eigenwillige Versionen von Stücken, die man so noch nicht gehört hatte. Das ging bis zur Verfremdung und völligen Auflösung bekannter Strukturen und immer wieder eingebauten Instrumentalsoli. So erhielt „Fantasy“ von Earth, Wind & Fire einen Swing-Rhythmus, Bob Dylans „You’re gonna make lonesome when you go“ kam als moderater Funk-Groove daher. Die ruhigen, fast elegischen Eigenwerke „I’ll never be“ und „Moonflower“ wirkten am überzeugendsten. Carlsons schöne und klare Stimme konnte dann strahlen. Vor allem in der zweiten Konzerthälfte geriet der Gesang, auch akustisch, etwas zu sehr in den Hintergrund.

Einflüsse schwedischer Folklore waren in „Someone in love“ herauszuhören. Paul Simons Klassiker „50 ways to leave your lover“ wurde seines genialen Steve-Gadd-Drumbeats beraubt und verlor leider seinen unwiderstehlichen Drive.

Von Wolfgang Wollek

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