Neuer Fotoroman: Aus Milky Chance wird Literatur

+
So hat man Milky Chance noch nicht gesehen: Bilder aus dem Fotoroman „Âventiure“ mit Clemens Rehbein in einem alten Eisenbahnwagen.

Die Kasseler Künstlerin Faye Kristin hat Milky Chance von Anfang an begleitet. Nun hat sie einen ungewöhnlichen Fotoroman mit Bildern des Kasseler Pop-Duos herausgebracht.

Clemens Rehbein hat nie erfahren, was aus seiner Tasche geworden ist, die er vor schon längerer Zeit während einer Tour seines Pop-Duos Milky Chance verlor. Vielleicht ist jemand anders mit ihr und dem Inhalt glücklich geworden - so wie in Faye Kristins Fotoroman „Âventiure“. Mit Bildern und Text erzählt die Kasseler Künstlerin, die Milky Chance von Anfang an begleitet hat, eine ungewöhnliche Geschichte über Identitätsfindung, die Erwartungen an das Leben und die Liebe zur Musik.

In „Âventiure“ findet ein erfolgloser Schriftsteller in London eine Tasche wie die von Rehbein und entdeckt darin Songtexte, die sein Leben verändern. Es sind die Zeilen zu den Hits von Milky Chance. Die Bilder zur Geschichte hat Faye Kristin unter anderem mit Rehbein und seinem Band-Kollegen Philipp Dausch aufgenommen.

So wird aus dem globalen Kasseler Pop-Phänomen nun Kunst. „Âventiure“ ist nicht einfach ein Buch für Fans, sondern die Abschlussarbeit von Faye Kristin, die an der Kasseler Kunsthochschule Visuelle Kommunikation studiert hat. Als Note gab es eine Eins.

Die Kasseler Fotografin Faye Kristin.

Die Fotografin hat Rehbein etwa in einem Steinbruch im Habichtswald und in einem alten Eisenbahnwagen der ehemaligen Kasseler Henschel-Werke porträtiert. Einmal sieht man die Tattoos des Sängers, der sich das Lob des britischen Pop-Stars Pete Doherty („I love Milky Chance“) in Originalschrift in die Haut stechen ließ. Text und Bilder lassen viel Raum zur Interpretation und ergänzen sich prima - etwa wenn die Geschichte auf Heldensagen anspielt und man plötzlich den mit Bronze angemalten Dausch sieht.

Lexikon-Wissen:

Alles Informationen zu Milky Chance finden Sie auch in unserem Regiowiki.

Demnächst fliegt Faye Kristin in die USA, um Milky Chance während ihrer Nordamerika-Tour zu fotografieren. Schon die Fotos für das Booklet des Debütalbums „Sadnecessary“ stammten von ihr. Die 27-Jährige, die in Dainrode bei Frankenberg aufgewachsen ist und als Künstlerin auf ihren Familiennamen Hintke verzichtet, macht auch selbst Musik als Singer/Songwriterin. Sie reist zum Wellenreiten um die Welt, betreibt einen Surfblog und ein kleines Modelabel. Außerdem schreibt sie gerade an einem Roman, der ohne Bilder auskommt. Milky Chance werden darin nicht vorkommen.

Dabei könnte man auch aus der ersten Begegnung zwischen Faye Kristin und Clemens Rehbein einen hübschen Plot stricken. Die beiden lernten sich aus Versehen auf Fayes Geburtstagsparty kennen. „Glitzer und Glanz“ lautete das Motto. Irgendwann tauchte Clemens mit einem Kumpel auf und merkte erst später, dass er auf eine andere Fete in der Nähe eingeladen war, für die man sich ebenfalls glitzernd anziehen sollte. Er blieb dann aber bis zum Schluss auf der falschen Party.

Faye Kristin: Âventiure. Books on Demand. 140 Seiten, 32,99 Euro.

Wertung: vier von fünf Sternen 

Zur Person

Faye Kristin (27) 

Aufgewachsen: in Dainrode bei Frankenberg als Faye Kristin Hintke

Ausbildung: Lehramtsstudium an der Kasseler Uni, Studium der Visuellen Kommunikation mit Schwerpunkt Fotografie an der Kunsthochschule

Privates: Faye Kristin lebt in Kassel, macht als Singer-Songwriterin sowie in der Band Richart in Tights Musik, betreibt das Modelabel Oh Cean sowie den Surf-Blog Velwet.

www.fayece.com

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.