Neuer Kassel-Krimi: Paul Lenz ermittelt unter Bankern

Kassel. „Das muss man aushalten. Gleich am Anfang“, sagte Matthias P. Gibert bei der Vorstellung seines neuen Kassel-Krimis „Pechsträhne“ am Mittwochabend in der gut gefüllten Buchhandlung Vogt. Zum Auftakt: Eine Szene, in der sich eine betagte Frau in einem Seniorenstift in Bad Wilhelmshöhe das Leben nimmt. Mit Schlaftabletten und einem Rasiermesser.

Diese Martha hatte zuvor einen Abschiedsbrief verfasst - „Dies ist, offen gestanden, mein erster Suizid.“ Beklemmender Beginn eines abwechslungsreichen Abends, bei dem Gibert sein auch in den Büchern zu erlebendes Talent zu geschickten Tempowechseln ausspielt.

Eine rasante Verfolgungsjagd, bei der der junge Polizist Thilo Hain am Scheibenwischer eines Transporters hängt, in dem ein Verdächtiger mit Affenzahn flieht, steht neben einer Szene heiteren Gekabbels der beiden ungleichen Ermittler Thilo Hain und Paul Lenz. Und es gibt - ein Markenzeichen der Lenz-Krimis - eine erotische Begegnung zwischen Lenz und seiner leidenschaftlichen Frau Maria, deren Wäschevorräte unermesslich sein müssen. „Dies war die U-16-Version“, sagt Gibert schmunzelnd nach dem Vorlesen.

Zwischendurch plaudert der Krimi-Routinier aus dem Nähkästchen. Von dem Prinzip, die Kommissarsgattin nie in die Fälle zu verwickeln und von den Rückmeldungen seiner Frau Marion nach erster Lektüre, die er beruhigen könne, dass er seine dunklen Seiten komplett beim Schreiben auslebe.

Giberts elfter Krimi „Pechsträhne“ handelt von einer fiktiven „Nordhessenbank“, die ihre Kunden mit wertlosen Papieren abfüttert - basierend auf einer wahren Begebenheit, von der Gibert in der spanischen Tageszeitung „El País“ gelesen hat.

Paul Lenz’ zwölfter Fall folgt im Februar 2014, kündigte Gibert unter viel Applaus seines Publikums an.

Matthias P. Gibert: „Pechsträhne“, Gmeiner, 374 Seiten, 11,99 Euro.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.