Neuer TV-Kult: Drei Männer und ein "New Girl"

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Zooey Deschanel ist das "New Girl" Jessica 'Jess' Day - optisch und von ihren Einstellungen her ein wenig aus der Zeit gefallen, doch im Internet gibt es bereits Websites mit Tipps, wie man sich wie Jess kleiden und schminken kann.

So schnell ist noch nie eine amerikanische Fernsehserie im deutschen Fernsehen angekommen. Das „New Girl“, die ebenso hilfsbedürftige wie eigenwillige, sexy und zugleich verklemmte Lehrerin Jessica 'Jess' Day (Zooey Deschanel), die in eine Drei-Männer-Wohngemeinschaft einzieht, nachdem ihr Freund sie betrogen hat, startete  in den USA erst Mitte September.

Mit „New Girl“ hat Pro 7 ein echtes Pfund im Programm, nämlich nichts geringeres als die derzeit modernste WG-Sitcom.

Vor dem Hintergrund wirtschaftlich unsteter Zeiten mutiert hier kein hässliches Entlein zum Schwan, ist die Rolle der Hauptdarstellerin nicht auf die sonst üblichen Stereotypen „scharf, aber blöd“ oder „dick und krass“ angelegt, sondern pulsiert, wenngleich auch total überzeichnet, jenes Leben, in dem die Wohngemeinschaft der Ersatz für eine Familie geworden ist. Hätten sich Nick Miller (Jake Johnson), der große Pläne hat, aber als Barkeeper arbeitet, der gescheiterte Basketballer Winston Bishop (Larmorne Morris) und der unreife aber ehrgeizige Schmidt (Max Greenfield) nicht als Wohngemeinschaft zusammengefunden, ein jeder würde noch/wieder bei seinen Eltern leben.

Querulanter Frauentyp

Zu diesem gut aufeinander eingespielten Team stößt die Endzwanzigerin Jess, ein weiblicher Nerd mit entsprechender Garderobe, Brille und Frisur. Den Platz in der WG hat sie bekommen, weil sie bei der Vorstellung sagte: „Alle meine Freundinnen sind Models“. Das war nicht gelogen. Ihre einzige Freundin Cece (Hannah Simone) ist tatsächlich Model und in allem das genaue Gegenteil von Jess, die weder schick angezogen ist, noch auf Stöckelschuhen laufen kann, sich mit dem Lockenstab die Haare verbrennt und bei Liebeskummer auf der Couch, die lebensunpraktisch aber serientauglich mitten im WG-Großraum steht, viermal hintereinander „Dirty Dancing“ schaut.

Wenn sie nicht weint, singt sie sich auch gerne mal selbst ein Lied, was ihre Mitmenschen aber jedoch nicht weniger nervt.

Mit solchen Schrullen kreiert Zooey Deschanel, die die Serie auch produziert, einen neuen querulanten Frauentyp, der dem Motto „Wenn Du Dich selbst erniedrigst, kann es kein anderer machen“ folgt. Wie Männer damit klarkommen (müssen), das macht den eigentlichen Reiz der Serie aus. (wd)

Immer mittwochs auf Pro7 um 21.15 Uhr.

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