Neues aus dem Ehegefecht: Faltsch Wagoni in der Komödie

Kassel. Wenn sie nachsinnt, „wie es wäre, wenn man glaubt, den Mann seines Lebens gefunden zu haben“, und er darauf besteht, dass es „ihres und nicht seines heißt“ und zum Schluss kommt: „Ich bin der Mann meines Lebens“ – dann steckt das Kabarett-Duo Faltsch Wagoni wieder mal im Ehegefecht.

Dass Silvana und Thomas Prosperi - tatsächlich miteinander verheiratet - ihr Hauen und Stechen mit allen Tücken, Kanten und Doppelsinnigkeiten der deutschen Grammatik angehen, ist ihr besonderes Markenzeichen.

Am Mittwoch gastierte das Paar in der nahezu ausverkauften Komödie. „Ladies First, Männer Förster“ nennt das stichelfreudige Gespann sein Programm. Die Rollenverteilung ist von Beginn an klar: Er hält sich für ein „Prachtstück von Mann“, vergleicht sich mit einem „Oberförster“, sie sieht das anders und entfacht einen Grabenkrieg nach dem anderen. Das Allerlei des Ehealltags liefert Munition: „Kochen können sollte der moderne Mann“, verlangt sie. Könne er ja, wehrt er sich, aber eben auch nicht, „weil sie ja immer kocht“. „So viel kann ich gar nicht nicht kochen, wie du nicht kochst.“

Nächste Boxrunde, nächstes Sprachspiel. Ein Mann „muss eine Frau nicht mehr aushalten“, meint er. Sie: „Wenn du mich nicht aushalten würdest, wären wir nicht mehr zusammen.“ Aussagen verdrehen, das Gegenüber der Lächerlichkeit preisgeben: Ein Schema, das die beiden meisterhaft beherrschen. Das Publikum hatte Freude an dem abstrusen Schlagabtausch. Er findet sich „nett und sanft wie ein Lamm“. Sie: „Ein Lamm kann so was von Schaf sein, so hinterhältig friedfertig.“

Auch mit Gesang und Gitarre begleiten beide ihre Kontroversen. Sie haucht wie eine Chansonnette, er macht auf bodenständig gut gelaunt und jederzeit Herr der Lage. Gelungen auch die „Assoziationsrunde“. Begriff für Patchwork-Family? „Flickensippe“.

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