Neues "Kunstjahr": Kunst in allen Facetten

Weder Cornelius Gurlitt noch Adam Szymczyk kommen im „Kunstjahr 2013“, der „Zeitschrift, die Bilanz zieht“, vor. Verwunderlich ist das nicht: Das Magazin blickt auf üppigen, großformatigen, vom neuen Art Director Julius Brodkorb klar und attraktiv gestalteten 320 Seiten auf ein Jahr Kunstgeschehen - allerdings von November 2012 bis zum Oktober.

Da spielen weder der Münchner Kunstfund noch der gerade gekürte Leiter der documenta 14 eine Rolle.      

Im Zentrum stehen die Venedig-Biennale mit einer Fotostrecke und einer Umfrage unter Museumsleitern. Die Titelstory ist Yoko Ono als 80-jähriger Jubilarin und Künstlerin des Jahres gewidmet. Auch das Jubiläum 100 Jahre Ready-mades von Marcel Duchamp wird gefeiert. Veit Loers, früherer Direktor im Museum Fridericianum, schreibt über das neu erwachte Interesse an der Kunst von „Outsidern“. Apropos Fridericianum: Auch Rein Wolfs’ Wechsel nach Bonn und der Start von Susanne Pfeffer in Kassel sind „Kunstjahr“ je eine Doppelseite wert. Dazu gibt es die übliche Chronik, Ausstellungen, Ärgernisse des Jahres, Beiträge zu Architektur, Mode, Design. Das Register umfasst von A wie Künstlerin Marina Abramovic bis Z wie Galerist Rudolf Zwirner Hunderte Namen.     Provokant zwölf Vorschläge von Mitherausgeber Karlheinz Schmid für den Kunstbetrieb: Strengere Ausbildung, weniger Akademien fordert er, um weniger junge Künstler in die Armut zu treiben. Einerseits. Denn der Staat müsse seine Verantwortung für Bildung und Museen deutlich wahrnehmen: „Kultur verträgt keine Sparprogramme.“

Mark-Christian von Busse

Kunstjahr 2013, Lindinger + Schmid, 320 S., 50 Euro. Wertung: vier von fünf Sternen

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