Helmut Hattler und seine Band begeisterten im Schlachthof

Neues aus dem Labor

Konzentration: Helmut Hattler beim Auftritt im Schlachthof. Foto:  Malmus

Kassel. Wenn der Rickenbacker (E-Bass) schnarrt, der Beamer heißläuft und die programmierten Computer-Beats betören, dann ist Helmut Hattler in der Stadt. Weiteres Markenzeichen des Kraan–Bassisten, Komponisten und Hobbymalers: Live gespielter Clubsound mit musikphilosophischem Überbau. Seit Jahren bearbeitet er die Schnittstelle zwischen Funk-, Dance- und Jazzmusik.

Bei seinem Tourstart-Konzert im gut besuchten Kulturzentrum Schlachthof stellte sich die Frage, was es Neues gibt aus dem Hattler’schen Algorithmenlabor. Um es in Namen auszudrücken, campieren seine Ideen irgendwo zwischen Prodigy, Booka Shade und St. Germain. Also zwischen Electronic, Minimal House und Jazzfusion. Doch Hattler und seine Band prägen diese Stilistiken unverwechselbar.

Zum Beispiel Gitarrist Torsten de Winkel: Er füttert die Arrangements mit solistischen Beiträgen aus der Welt des Modern Jazz, lässt auch schon mal George Benson durchschimmern, oder greift zur elektrischen Sitar. Damit schickt er dann ein Stück wie „Daily News“ für zehn Minuten auf die Rave-Schiene oder setzt orientalische Akzente bei „Salud“. Bei „Dinner for Three“ bewiesen Hattler, de Winkel und der Schlagzeuger Oli Rubow, dass alles komplett auch ohne Einspieler hervorragend funktioniert.

Mit Sängerin Fola Dada kuschelte man sich bei den neuen Stücken dann doch ein wenig an den großen Mainstream-Bären.

„Watcha gonna do“ und „Like you“ luden zum Mitsingen ein und Hattler animierte im Stile eines Partyband-Bassisten. Auch die Themen der Videoprojektionen waren kunstvoll inszeniert. Mal surrealistisch, mal konkret übersetzte man die Atmosphäre der Songs in Bilder, die man interpretieren oder nur als integralen Bestandteil der Musik wahrnehmen konnte. Viel Applaus und mehrere Zugaben.

Von Andreas Köthe

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