Sierra Maestra riss das Publikum im Kulturzelt mit feurigen afro-kubanischen Rhythmen mit sich

Die neun Söhne des Son Cubano

Rhythmus ist alles: José Antonio ,Maceo’ Rodríguez (vorn rechts) mit seinen Musikerkollegen von Sierra Maestra. Foto: Malmus

Kassel. Sie sehen aus, als würden sie den ganzen Tag nichts anderes machen. Als hätte man sie geradewegs aus einem kleinen Club der kubanischen Hauptstadt geholt, in dem die Menschen zu ihren feurigen Takten die Hüften schwingen, mitjohlen und klatschen, während sich der eine oder andere gemächlich eine Havanna anzündet. Da stehen sie, die neun Söhne des Son Cubano, des typischen kubanischen Musikstils. Alle in schwarzer Bügelfaltenhose, sonst aber individuell gekleidet.

Gestandene Herren

Diese Mischung ist wohl sinnbildlich für die gestandenen Señores von Sierra Maestra, die am Samstagabend ihr Publikum im vollen Kulturzelt sofort von den Stühlen gerissen hätten, wäre es kein Stehkonzert gewesen. Die Wurzeln ihrer Musik, einer Verschmelzung afro-kubanischer Trommelrhythmen mit spanischer Gitarrenmusik, reichen ein gutes Jahrhundert zurück und sind die Quelle solch populärer Tanzstile wie Rumba, Mambo oder Salsa. Rhythmus ist alles beim „Son“. Das zeigt allein die Tatsache, das fast die Hälfte der Musiker Bongo, Conga, Marakas oder die typischen Claves spielten.

So entstand ein Klangteppich, über dem Emilio Ramos auf der kubanischen Tres, Gitarrist und Sänger Maceo Rodríguez und der junge Yelfris Valdés auf der Trompete ihre furiosen Soli zelebrierten. Valdés, von den anderen liebevoll „El Niño“ genannt, machte seinem Spitznamen alle Ehre und fegte mit seinen schmetternden Läufen Gitarrist Ramos im Instrumentalduell davon.

Authentisch lateinamerikanisch aber war die Atmosphäre nicht nur auf der Bühne: Auch jenseits der Scheinwerfer waren die Latinos so zahlreich vertreten, dass man schon fast von einem Heimspiel sprechen konnte. Für die Touristen unter den Zuschauern wurde die Kuba-Seligkeit humorvoll parodiert, als Ramos seine Slide-Gitarre mit einem echten Rumglas bediente und Frontmann Alejandro Suárez bei der Zugabe lachend „Guantanamera“ anstimmte. Das Publikum war begeistert.

Von Carolina Rehrmann

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