Medien: "Demontage eines Formats"

Nicht echt: Sat1-Sendung "Newtopia" schießt Eigentor

Kassel. Fans haben schon lange gerätselt: Wird bei der Realityshow „Newtopia“ etwa getrickst? Jetzt kam raus: Das laut Sat1 „größte TV-Experiment aller Zeiten“ ist nicht echt.

Die Idee der Sendung ist schnell erklärt: 15 Teilnehmer leben auf einem Hof und sollen eine neue Gesellschaftsform entwickeln. Alles wird von Kameras eingefangen. Wie Big Brother, nur in echt – denkste.

Denn in der Nacht auf Montag wurde eine Aussprache zwischen Kandidaten und Produzenten live im Web übertragen. Der Grund: Vier Kandidaten hatten von der Produktionsfirma Talpa Germany den Auftrag bekommen, für mehr Action in der Show zu sorgen. Das bekamen die anderen Kandidaten mit und wollten Klarheit.

Das Gespräch machte deutlich, dass „Newtopia“ – entgegen vieler Beteuerungen –ein Format der Marke Scripted Entertainment ist. Das bedeutet, dass einige Bewohner offenbar Handlungen nach Regieanweisung vorgenommen haben.

Der Spott im Netz ließ nicht lange auf sich warten. Auf Twitter machte das Hashtag #faketopia die Runde. Sat1 sah sich genötigt, eine Entschuldigung auf Facebook zu veröffentlichen. „Die Aktion war nicht mit uns abgesprochen. Trotzdem entschuldigen wir uns dafür.“ Man kläre, wie es zu dem Vorfall kommen konnte. Die Fans machten ihrem Unmut dennoch teils deutlich Luft.

Auch Medien äußerten sich zu dem Vorgang. Bild.de, das über „Newtopia“ von Beginn an auffallend oft und wohlwollend berichtet hatte, verweist auf die sinkende Einschaltquote. Diese habe sich auf 1,4 Millionen Zuschauer halbiert. Und das Medienmagazin DWDL.de urteilt: Das sei die „Demontage eines Formats“.

Ein Video des Gesprächs finden Sie auf Bild.de

Rubriklistenbild: © dpa

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