Mick Jagger überrascht mit seiner All-Star-Band SuperHeavy und Songs zwischen Reggae und Bollywood

Nicht nur für Stones-Fans

Super sind diese vier Musikergrößen: Mick Jagger (Mitte) mit seinen Kollegen (von links) Damian Marley, Dave Stewart, A.R. Rahman und Joss Stone. Foto: Ockenfels

Mick Jagger, Boss der größten Rock’n’Roll-Band der Welt, wagt ein neues Projekt. Fünf Popstars schwer und super spektakulär - das ist die Combo SuperHeavy. Der Name bezieht sich allerdings nicht auf die Musik, sondern wurde durch den unvergessenen Boxweltmeister Muhammad Ali inspiriert. Neben dem Stones-Sänger wirken mit: Eurythmics-Gründer Dave Stewart, Soul-Röhre Joss Stone, Bob-Marley-Sohn Damian und Filmkomponist A.R. Rahman („Slumdog Millionär“).

Dave Stewart, der mit Mick Jagger eng befreundet ist, hatte schon länger die Idee für eine Band, die unterschiedliche Stile und Kulturen vereint. Dutzende Telefonate folgten, in denen Stewart und Jagger ihre Einfälle austauschten. Sechs Monate später stießen Stone, Marley und Rahman dazu.

In einem Studio in Los Angeles spielten die Fünf sehr experimentelle Sessions. Erlaubt war, was gefällt. „Es fühlte sich an wie eine Garagenband, die zum ersten Mal zusammen muckt“, erinnert sich Produzent Stewart. Keiner der Beteiligten hatte eine Ahnung, ob überhaupt etwas Hörenswertes bei rauskommen würde.

Aber dann ging es doch schnell. „Bereits nach zehn Tagen hatten wir 29 Songs fertig“, sagt Jagger. Zehn davon haben den Weg aufs Debütalbum von SuperHeavy gefunden. Die Musik lässt sich schwer einordnen. Sie klingt anders als alles, was jeder der Beteiligten bislang gemacht hat: Nach Jamaika-Reggae, Ragamuffin, Soul, Brit-Pop und Bollywood-Soundtracks - zuweilen in einem einzigen Song. Immer wieder sticht Jaggers charismatische Stimme heraus. Bei einem Stück singt er einige Zeilen in der pakistanischen Landessprache Urdu. Der hypnotisierende Sound geht nicht nur Stones-Fans sofort ins Ohr.

„Für mich war das eine ganz neue Erfahrung“, bekennt Jagger ganz bescheiden. Solch eine Bandkonstellation sei ihm zuvor noch nicht begegnet: „Selbst wenn ich bei anderen Bands als Gastsänger auftrete, dann bin ich normalerweise der Frontmann. Aber sich das Mikrofon mit vier anderen zu teilen, finde ich interessant. Wir sind sicher nicht die Andrew Sisters, aber auf jeden Fall eine Vocal Group.“

Vielleicht geht es auf Tour

Für Initiator Dave Stewart kommt nicht nur Jagger, sondern auch A.R. Rahman eine entscheidende Rolle zu. Der Inder, der einen Oscar für den Soundtrack zu „Slumdog Millionär“ einheimste, „versteht einfach so wahnsinnig viel von Musik“, schwärmt Stewart, „wie er mit den diversen Keyboards umgeht, wie er Melodien begreift, sein Ansatz als Sänger – und dann natürlich die Tatsache, dass er aus einer ganz anderen Kultur stammt“.

Was die Zukunft von SuperHeavy betrifft, ist noch alles offen: „Wir haben keine Tour geplant, aber wenn die Platte richtig gut ankommt, dann würde ich das nicht ausschließen“, sagt Jagger. „Es wäre toll, ein paar Stücke davon mal live zu präsentieren.“

Aber es gibt auch Gerüchte über ein Comeback der Rolling Stones. Nächstes Jahr feiern Jagger, Richards, Wood und Watts ihr goldenes Bandjubiläum. „Ich würde mir wünschen, wenn die Stones zu ihrem 50. Geburtstag noch einmal im Marquee Club auftreten würden.“ Das wäre ebenfalls ein Experiment, das sich nicht nur jeder Stones-Fan wünscht.

SuperHeavy: SuperHeavy (Universal). Wertung: !!!!:

Von Olaf Neumann

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