Roy Hargrove und Band mit starkem Debüt im Theaterstübchen

Niemals gehen lassen

Publikumslieblinge: Justin Robinson (Saxofon) und Roy Hargrove (Trompete). Foto: Malmus

Kassel. Dass das Kasseler Theaterstübchen mittlerweile nicht mehr nur bundesweit als Geheimtipp gilt, bewies der Auftritt von Roy Hargrove am Dienstag eindrucksvoll. Theaterstübchen-Chef Markus Knierim konnte sich an diesem Abend glücklich schätzen, einen der bedeutendsten Trompeter unserer Zeit in seinem „Wohnzimmer“, wie er das Theaterstübchen an diesem Abend selbst nennt, begrüßen zu dürfen.

Anstatt sich lange mit der Ansage von Songs aufzuhalten, ließ Hargrove lieber seinen genialen Mix aus Jazz, Funk, Salsa und Soul für sich sprechen. Dabei zeigte Hargrove, der an diesem Abend auch als Sänger in Erscheinung trat, seine hervorragenden Fähigkeiten. Egal, ob Up-Temponummern oder eine der wunderschönen Balladen, welche Hargrove mit seinem Flügelhorn oder seiner Trompete mit Dämpfer spielte, der Trompeter konnte sich der Begeisterung seines Publikums gewiss sein.

Standing Ovations und euphorischer Jubel nach den Titeln ließen keinen Zweifel daran aufkommen, dass das Publikum im ausverkauften Haus Hargroves Show begeisterte. Insbesondere bei den letzten Stücken zeigten Hargrove und seine Bandkollegen Justin Robinson (Saxofon), Jonathan Batiste (Klavier), Ameen Saleem (Bass) und Energiebündel Montez Coleman (Drums) ihr technisches Können und ihre enorme Vielseitigkeit. Es machte an diesem Abend einfach nur Spaß, Hargrove und Robinson bei deren perfekt aufeinander abgestimmtem Spiel zuzuhören oder sich von Jonathan Bastiste mit immer wieder überraschenden, häufig atonalen, Wendungen verblüffen zu lassen.

Ebenso fesselnd auch das virtuose, aber trotzdem sehr banddienliche Bassspiel von Saleem. Kein Wunder, dass das Publikum den Text von Hargroves Zugabe „Never let me go“ (Lass mich niemals gehen) wörtlich nahm und den Ausnahmekönner trotz dreier Zugaben nicht gehen lassen wollte.

Von Sebastian Krämer

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