Interview: Söhne-Mannheims-Sänger Henning Wehland übers Touren und Xavier Naidoo

Henning Wehland

Kassel. Mit neuen Songs, aber ohne Xavier Naidoo, geht das Soul-Kollektiv Söhne Mannheims wieder auf Tour. Wir haben mit Sänger Henning Wehland gesprochen.

Herr Wehland, sollen wir das Thema Xavier Naidoo gleich hinter uns bringen?

Henning Wehland: Sehr gern.

Er wird bei der Tour 2012 nicht dabei sein. Haben Sie keine Angst, dass das Fan-Interesse schrumpft?

Wehland: Nein, sonst würden wir nicht auf Tour gehen. Wir hoffen, dass das Projekt Söhne Mannheims unabhängig von Personen funktioniert. Im Idealfall steht die Band noch in 50 Jahren auf der Bühne - mit neuer Besetzung.

Trotzdem ist Naidoos Stimme ein Wiedererkennungsfaktor der Songs. Was ist anders ohne ihn?

Wehland: Dass diese Stimme fehlt. Aber es gibt genug andere gute Stimmen, die jetzt in den Vordergrund treten.

Der Mitbegründer der Band Klaus Eisenmann hat einmal gesagt, dass Naidoo wie ein Diktator gewirkt hat. Ist jetzt Demokratie ausgebrochen?

Wehland: Xavier ist der am wenigsten autoritäre Mensch, den ich mir vorstellen kann. Durch sein Talent und seine Ausstrahlung hat er eine natürliche Autorität, der man verfällt. Ich eingeschlossen. Außerdem sieht er auch noch gut aus. Ich kenne sonst keinen Menschen, der diese Qualitäten in sich vereint und dabei so lässig bleibt. Von Diktatur kann keine Rede sein.

Kann bei zwölf Egos im Studio wirklich jeder mitreden?

Wehland: Bei der Arbeit mit so vielen gibt es zwei Probleme. Entweder es gibt zu viele Ideen, oder alle verlassen sich darauf, dass die anderen schon machen. Da braucht man einen guten Produzenten, der das letzte Wort spricht.

Bei den Söhnen Mannheims teilen Sie sich das Rampenlicht, bei ihrer zweiten Band, den H-Blockxx, sind Sie der Frontmann. Was liegt Ihnen mehr?

Wehland: Beides hat seinen Reiz. Bei den H-Blockxx mache ich allein vorne den Hampelmann, da kann ich mein Rampensau-Gen ausleben. Bei den Söhnen Mannheims fühle mich als Teil des großen Ganzen sehr wohl.

Sie sind eigentlich ein Sohn Bonns und machen auf Ihrer Facebook-Seite Werbung für Münster. Darf man das als Mannheimer Sohn so einfach?

Wehland: Es ist ja das Schöne, dass es bei den Söhnen Mannheims keine Konventionen gibt. Ich habe viele Heimaten, falls es da einen Plural gibt. Mein Herz hängt am Münsterland, aber ich lebe auch gern in Berlin und bin noch mit Bonn verbunden.

Ihr neues Stück „Gesucht und Gefunden“ wurde für den Film „Heiter bis wolkig“ geschrieben, der diese Woche ins Kino kommt. Wie passen Film und Song zusammen?

Wehland: Wir haben eins der wichtigen Motive des Films übernommen: Die Sehnsucht, irgendwo hinzugehören. Es geht darum, dass man große Ausdauer braucht. Beim Suchen und beim Finden.

Die Hauptdarsteller täuschen im Film eine unheilbare Krankheit vor, um Frauen aufzureißen. Haben Sie beim Flirten schon mal geschwindelt?

Wehland: Bestimmt. Zum Flirten gehört ja immer, die Wahrheit zu biegen. Wenn man dann wirklich verliebt ist, sollte man allerdings die Wahrheit sagen.

Die Söhne Mannheims kommen am 14. Oktober in die Stadthalle Kassel. Tickets beim HNA-Kartenservice, Tel. 0561/203204.

Von Saskia Trebing

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