Niestetaler Klavierfestival eröffnet

Viel Beifall zum Auftakt: Marina Baranova eröffnete zum neunten Mal das Festival in Niestetal. Im Hintergrund Öl- und Acrylmalerei von Petra Löffler, die bis 15. September zu sehen ist. Foto: Fischer

Niestetal. Ende Juli heißt es für Klavierspielfreunde: Auf nach Sandershausen zum Internationalen Klavierfestival. Auch dieses Mal ist es dem Veranstalter, der evangelischen Kirchengemeinde Niestetal, unterstützt von der Gemeinde Niestetal, wieder gelungen, illustre Pianisten für diese Woche zu gewinnen.

Den Anfang machte am Dienstagabend (bereits zum neunten Mal!) Marina Baranova aus der Ukraine, die ihre Kollegin, die Iranerin Patricia Buzari (beide von der Hochschule für Musik und Theater Hannover), mitgebracht hatte.

Scheinbare Leichtigkeit

Trotz ihrer noch jungen Karriere hat Marina Baranova schon sehr viele Preise und Auszeichnungen, sodass es fast müßig ist, über ihre Qualitäten zu schreiben. Trotzdem überrascht die scheinbare Leichtigkeit, mit der sie selbst schwierigste pianistische Klippen meistert. Zu Beginn spielte sie die Ballade g-Moll von Frédéric Chopin, ließ zwei Stücke des Impressionisten Claude Debussy folgen, denen sich die Carmen-Fantasie von Bizet/Busoni anschloss.

Höhepunkt des ersten Teils war die Darstellung der Rhapsodie Espagnole von Franz Liszt, in der sie ihre vollendeten gestalterischen Fähigkeiten, das Musizieren mit dem ganzen Körper, das Erfülltsein von der Musik, zeigen konnte.

Nach der Pause bewies Patricia Buzari mit dem Spiel der 32 Variationen nach eigenem Thema von Beethoven, dass das ihr von vielen Seiten zufließende Lob nicht übertrieben ist. Zum Schluss eine Rarität: ein komplettes Klavierkonzert (hier Beethovens Nr. 3 c-Moll, op. 37) auf zwei Instrumenten. Das eingespielte Duo erhielt für diese Interpretation lang anhaltenden Beifall, für den sie sich mit einem kleinen Stück von Ravel (vierhändig) bedankten.

Klavierfestival im ev. Gemeindehaus Niestetal-Sandershausen, Kirchgasse 1, am Donnerstag, 19.30 Uhr: Das Duo Arte Mozart spielt Klaviermusik zu vier Händen. Simon Hwang und Alexey Lebedev spielen Andante und Variationen KV 501 von Mozart, „Ma mère l’oye. Cinq pièces enfantines“ von Ravel, die Sonate D-Dur KV 381 von Mozart und Sechs Stücke op. 11 von S. Rachmaninow. Eintritt frei, um Spenden wird gebeten.

Masha Yulin (Berlin) bestreitet den Freitagabend beim Klavierfestival in Niestetal-Sandershausen im ev. Gemeindehaus, Kirchgasse, mit der Waldstein-Sonate von Beethoven, der Sonate Sz 80 von Bartók, den „Images Heft 1“ von Debussy und der Sonate fis-Moll op. 2 von Brahms.

Von Gerhard Rassner

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.