Nina Hagens neues Album:Bäriger Gospelsound

Nina Hagen arbeitet sich seit über 30 Jahren daran ab, dass sie 1978 mit der LP „Nina Hagen Band“ zur Repräsentantin einer aufgewühlten jungen Generation wurde.

So ein wegweisendes Album ist nie zu toppen. Und so veröffentlichte die Punk-Ikone zwar noch Platten, man sprach aber mehr über ihr Esoterik-Geschwurbel. Und als sie Jurorin bei der Casting-Show „Popstars“ wurde, schien ihr Abstieg zum Privatfernseh-Promi besiegelt.  Dann entdeckte Nina Jesus für sich.

Nun kommt mit „Personal Jesus“ das Album zum neuen Glauben. Ein überraschendes Hörerlebnis. Nina Hagen nimmt sich Titel aus Blues, Gospel und Country (!) vor und covert sie auf eigenwillige Art.

Ihr nach Zirkusbär im Ruhestand klingender Bariton wird mal ergänzt durch glamouröse Background-Chordamen (im Depeche-Mode-Titel „Personal Jesus“), mal gibt ein Barpiano dem Gospel etwas Glänzendes („I’ll Live Again“) oder sie kiekst ein verspieltes „Yeah“ in den ernsten Verkündungssound („God’s Radar“).  Countrytitel „Just A Little Talk with Jesus“ zeigt Innigkeit, bei „Mean Old World“ wird straighter Blues angestimmt.

Das Projekt ist spürbar mit Sorgfalt umgesetzt. Aber es fehlen Abwechslung und Innovationskraft.

Von Bettina Fraschke

Nina Hagen: Personal Jesus (Universal).

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